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Bildung

17 neue Gesamtschulen nehmen Betrieb auf

Im Sommer nehmen 17 neue Schulen ihren Betrieb auf. Meistens entstehen Integrierte Gesamtschulen (IGS), nur in zwei Fällen sind es Kooperative Gesamtschulen (KGS).

Strittig sind nach Angaben von Susanne Strätz, Sprecherin der Landesschulbehörde, noch vier Anträge: in Wardenburg (Kreis Oldenburg), in Rinteln und Lindhorst im Kreis Schaumburg, die um eine Gesamtschule streiten sowie in Lilienthal im Kreis Osterholz-Scharmbeck, wo eine Gesamtschule mit drei Standorten geplant ist.

Nach der Aufhebung des Neugründungsverbots waren im vergangenen Sommer erstmals wieder 16 neue Gesamtschulen genehmigt worden. Seit Monaten üben die Oppositionsparteien, Lehrerorganisationen, Schüler- und Elternrat sowie die kommunalen Spitzenverbände heftige Kritik an den strengen Vorgaben. Besonders umstritten ist die vorgeschriebene Fünfzügigkeit. Kommunen, die eine IGS gründen wollen, müssen nachweisen, dass sie in den nächsten 14 Jahren fünf Klassen pro Jahrgang füllen können. Bei einer KGS ist die Vierzügigkeit Voraussetzung. „Damit wird die Gestaltungsfreiheit der Schulträger deutlich eingeschränkt, Gesamtschulen sind in weiten Teilen des Landes dadurch unmöglich“, bemängelt Meinhard Abel vom Städte- und Gemeindebund. Unterstützung bekommt er von der Opposition und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Auch drei- und vierzügige Integrierte Gesamtschulen müssen erlaubt sein“, fordert deren Landesvorsitzender Eberhard Brandt.

Nach Schätzungen von Ina Korter (Grüne) könnten mindestens 40 neue Gesamtschulen an den Start gehen, wenn die Gründungsvorgaben gelockert würden. Es sei irrwitzig, dass die Regierung mit aller Macht Minihauptschulen am Leben erhalte, während gleichzeitig bei IGSen fünf Klassen pro Jahrgang Pflicht seien, bemängelte die SPD-Bildungsexpertin Frauke Heiligenstadt. Eine Sprecherin des Kultusministeriums erklärte, die Fünfzügigkeit sichere den neuen Schulen die Zukunft und ermögliche ein breites Angebot auch in der Oberstufe.
„Eltern melden ihre Kinder nicht an Gesamtschulen an, weil dort bis jetzt das Abitur nach 13 Jahren abgelegt worden ist“, sagte der Vorsitzende des Landeselternrates, Pascal Zimmer, „sondern weil sie das pädagogische Konzept für sinnvoll halten.“ Schüler, Eltern, Schulträger und Lehrer bräuchten mehr Freiheit, sagte er.

[Saskia Döhner]

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