Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Zwei Tote bei landesweitem Streik in Venezuela
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Zwei Tote bei landesweitem Streik in Venezuela
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:42 21.07.2017
Zwei Männer sind bei dem landesweiten Streik in Venezuela ums Leben gekommen. Quelle: AP
Caracas

Während eines landesweiten Streiks sind in Venezuela zwei Menschen ums Leben gekommen. Die venezolanische Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstag (Ortszeit) den Tod eines 23-Jährigen in La Isabelica im Staat Carabobo. Zuvor war bereits ein 24-Jähriger getötet worden. Der Mann war laut Staatsanwaltschaft in Los Teques erschossen worden. Wer auf ihn geschossen hatte, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Mindestens neun Menschen seien laut Staatsanwaltschaft bei Unruhen verletzt worden.

Der Generalstreik legte Teile der Hauptstadt Caracas lahm. Demonstranten brannten ein Post-Gebäude in der Nähe des staatlichen TV-Sender nieder und lieferten sich gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Vermummte zündeten Barrikaden in den reicheren Stadtteilen Caracas' an, die eher der Opposition nahestehen, und trennten dadurch die Gebiete vom Rest der Stadt ab. Die Polizei setzte Tränengas ein. Die öffentlichen Verkehrsmittel standen fast alle still.

Demonstranten lieferten sich gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Quelle: imago

Opposition initiiert Generalstreik

Mit dem 24-stündigen von der Opposition initiierten Streik sollte Unzufriedenheit mit dem Plan von Präsident Nicolás Maduro zum Ausdruck gebracht werden, eine verfassunggebende Versammlung zusammentreten zu lassen, die das venezolanische System umbauen und die Macht der Regierungspartei auf die wenigen Institutionen ausdehnen würde, die sich noch außerhalb der Kontrolle der Partei befinden. Maduro erklärte im Staatsfernsehen, dass er mit seinen Plänen fortfahren werde. Hunderte der größten Firmen des Landes funktionierten laut Maduro trotz des Streiks zu „einhundert Prozent“.

Trotz gewalttätiger Auseinandersetzungen hält Präsident Nicolás Maduro an seinen Plänen fest. Quelle: imago

In New York trat ein Mitglied der venezolanischen Delegation an die Vereinten Nationen zurück. Als Grund dafür gab Isaias Medina die Verstöße Maduros gegen die Menschenrechte an. Er könne nicht Teil einer Regierung sein, die Demonstranten angreife, zensieren und politische Gefangene nehme, sagt Medina in einem Video, das online verbreitet wurde. Die Echtheit des Videos konnte zunächst nicht geprüft werden - Medina schlug trotzdem bereits Kritik aus den Reihen Maduros entgegen. Der ranghohe Regierungsmitarbeiter Rafael Ramírez schrieb auf Twitter, Medina habe unehrlich gehandelt - er sei von seinem Posten entlassen worden.

Eine Koalition aus Oppositionsgruppen kündigte für Samstag einen „großen Marsch“ an und kehrte damit zur Taktik der direkten Konfrontation mit der Regierung zurück.

Mehr zum Machtkampf in Venezuela

Alle Informationen rund um die gewalttätigen Auseinandersetzungen in Venezuela finden Sie hier:

Opposition kündigt neue Protestwelle an

Militär besetzt deutsche Kolonie

Verletzte bei Sturm auf Venezuelas Parlament

Venezuela vor neuen Sanktionen

Wieder 16 Verletzte bei Protesten in Venezuela

Wieder Tote bei Machtkampf in Venezuela

Mehr als 60 Verletzte nach Protesten in Caracas

Panzerwagen überfährt Demonstranten

Von RND/ap