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Deutschland / Welt „Wir haben mehr Kameras als die da drüben“
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18:22 29.01.2016
Von Stefan Koch
„Wir haben mehr Kameras als die da drüben“: Donald Trump auf seiner eigenen Bühne. Quelle: Christopher Furlong
Des Moines

Dieser Abend geht in die Wahlkampfgeschichte Amerikas ein: Während sich die republikanischen Präsidentschaftsbewerber bei Fox News einer TV-Debatte stellen, bietet Donald Trump wenige Blocks entfernt seine eigene Show - mit noch weit mehr Fernsehkameras. Des Moines, die sonst so verträumte Hauptstadt von Iowa, entwickelt sich an diesem Wochenende zum Schauplatz einer völlig unerwarteten Wahlschlacht. Unmittelbar vor der ersten Vorwahl am Montag, die als wichtige Weichenstellung im Rennen um das Weiße Haus gilt, wirft der schwerreiche Geschäftsmann einige ungeschriebene Gesetze der US-Politik über Bord. Anstatt der Einladung und den Spielregeln des TV-Senders nachzukommen, boykottiert Trump den Abend und lädt zu seinem eigenen Programm ein. Dass die Einschaltquoten bei den bisherigen Streitgesprächen Rekordhöhen erreichten, schert den „Frontrunner“ der Konservativen offenbar wenig.

Zugunsten der Kriegsveteranen organisierte der New Yorker im Auditorium der Drake University kurzerhand eine Spendengala - und sammelte auf die Schnelle 6 Millionen Dollar ein. „Eine Million habe ich aus meiner eigenen Tasche beigesteuert“, hob Trump am Donnerstagabend hervor. Von unabhängigen Stellen ist diese Summe noch nicht bestätigt worden, aber Trumps Show dürfte auf seine Zuschauer mächtig Eindruck gemacht haben. 

Ums Geld ging es wohl letztlich auch beim Boykott des TV-Duells: Öffentlich betont der 69-Jährige zwar stets, dass ihm der Stil und die Fragen der Moderatoren nicht passen würden. Am Freitag gab Fox News aber bekannt, dass Trump von dem Sender ein Honorar in Höhe von 5 Millionen Dollar für seinen Auftritt verlangt habe - das an seine private Veteranenstiftung zu zahlen sei. Da sich der Sender weigerte, sei es zum Bruch gekommen. Ähnliche Forderungen soll der Geschäftsmann zuvor bereits beim Konkurrenzsender CNN aufgestellt haben - ließ sie allerdings bald wieder fallen.

Die Kriegsveteranen stören sich an dem Streit im Hintergrund allem Anschein nach nicht: Trotz der Kälte harrten mehrere Hundert Anhänger über drei Stunden vor dem Eingang aus, um einen Platz im Auditorium zu ergattern. Dennoch konnten zahlreiche frühere Soldaten die Trump-Show - bei Minustemperaturen und eisigem Wind - nur auf dem Campus per Videoübertragung verfolgen, da der Saal überfüllt war. Der Streit um die Teilnahme an der TV-Debatte mag seine Mitbewerber empören, die Trump-Fans ficht es offenbar nicht an.

Viele Gäste waren eher über ein Detail überrascht: Der Immobilientycoon stellte den Parteifreunden seine Ehefrau Melania und seine Tochter Ivanka vor, die sich bisher im Hintergrund gehalten hatten. Dann scherzte er: „Wir haben mehr Kameras hier als die da drüben“ und zog über die anderen Kandidaten her.

Politische Beobachter sehen in dem gemeinsamen Auftritt der Familie ein Zeichen, dass Trump an alles andere als an ein vorzeitiges Ausscheiden denkt.

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