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Deutschland / Welt „Wir brauchen Euch nicht“
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15:27 12.10.2017
Während Erdogan den Streit mit neuen Verbalattacken schürt, bemühen sich Diplomaten hinter den Kulissen um Schadensbegrenzung. Quelle: dpa
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Ankara

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verschärft den Ton im Visa-Streit mit Washington. An die USA gerichtet sagte Erdogan am Donnerstag, wenn die Vereinigten Staaten die Türkei nicht so akzeptierten wie sie ist, „dann brauchen wir Euch nicht“. Erdogan: „Wir sind kein Stammesstaat sondern die Türkische Republik, und das werdet Ihr akzeptieren müssen.“

Die seit Monaten gespannten Beziehungen zwischen Ankara und Washington erreichten am vergangenen Wochenende einen neuen Tiefpunkt: Als Reaktion auf die Festnahme eines örtlichen Bediensteten des US-Generalkonsulats in Istanbul, dem Verbindungen zur Bewegung des Erdogan-Erzfeindes Fethullah Gülen vorgeworfen werden, setzten die USA die Visa-Vergabe an türkische Staatsbürger aus. Ankara konterte mit einem Visa-Stopp für Amerikaner.

Untergräbt ein Botschafter Trumps Türkei-Politik?

Erneut attackierte Erdogan in einer Rede vor Provinzgouverneuren am Donnerstag den US-Botschafter in Ankara, John Bass: Er habe diese Krise verursacht, sagte Erdogan. Bass sei ein „Überbleibsel der Obama-Regierung“ und versuche, die Türkei-Politik von Präsident Donald Trump „zu untergraben“. Es sei „unerträglich, dass die USA einen strategischen Partner wie die Türkei einem anmaßenden Botschafter opfern“, sagte der Präsident. „Es wäre eine Schande, wenn ein Botschafter in Ankara die USA regiert“, so Erdogan.

Der Staatschef hatte bereits zu Beginn dieser Woche den Botschafter als „unerwünschte Person“ bezeichnet und seine Abberufung gefordert. Bass verlässt in den nächsten Tagen aber ohnehin die Türkei, um als Botschafter nach Afghanistan zu gehen.

Beide Seiten einigen sich auf Treffen von Diplomaten

Während Erdogan den Streit mit neuen Verbalattacken schürt, bemühen sich Diplomaten hinter den Kulissen um Schadensbegrenzung. Beide Länder hätten sich auf ein Treffen von Vertretern geeinigt, um das Visa-Thema zu besprechen, sagte der türkische Vizepremier Bekir Bozdag am Donnerstag im Fernsehsender Habertürk. Dazu werde in der nächsten Woche eine Delegation des US-Außenministeriums in Ankara erwartet.

Der für Wirtschaftsfragen zuständige Vizepremier Mehmet Simsek sagte in Washington vor der US-Handelskammer, der Konsulats-Bedienstete sei im Rahmen von „Routine-Ermittlungen“ festgenommen worden. Der Fall werde „künstlich aufgeblasen“ und „wahrscheinlich bald gelöst“. Auch Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin spielte den Konflikt herunter: Der Visa-Streit sei „kein kompliziertes Problem“ und könne „innerhalb eines Tages beigelegt werden“, sagte Kalin am Donnerstag in Ankara.

Von Gerd Höhler/RND

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