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Deutschland / Welt Warum Google-Ergebnisse nie neutral sind
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07:02 20.04.2018
Gefährliche Algorithmen: Google liefert personalisierte Suchergebnisse. Quelle: dpa
Dortmund

Algorithmen haben etwas Geheimnisvolles: Wer Google als Suchmaschine nutzt, bekommt Treffer errechnet, weiß aber nicht genau, wie. Aus einer Datenflut werden automatisiert und passgenau wenige Informationen gefiltert, wesentlich orientiert an persönlichen Präferenzen. Weil fast alle diese Leistung schätzen, ist Google so erfolgreich. Allerdings birgt die Personalisierung Risiken – gerade auch für die Meinungsbildung. Rasch bewegen sich Netznutzer in einer kommunikativen Komfortzone, in der nur noch eigene Interessen und Ansichten eine Rolle spielen. Der Rest wird automatisch ausgeblendet. Damit verschlechtert sich die Chance auf gesellschaftliche Verständigung – Grundlage jeder Demokratie.

Außerdem lässt sich die Meinungsbildung manipulieren. Ein aktuelles Beispiel bildet der Skandal um Cambridge Analytica: Im großen Stil soll das Unternehmen Daten von Facebook genutzt haben, um die US-Wahl gezielt zu beeinflussen. Deshalb überrascht es nicht, dass der Gesetzgeber nun über die Regulierung von Algorithmen nachdenkt. Sie sollen transparent und diskriminierungsfrei programmiert sein. Dazu gehört etwa, keine Information aus weltanschaulicher, religiöser oder politischer Motivation heraus zu bevorzugen. Das ist zwar grundsätzlich zu begrüßen, aber nicht ohne Tücken: Denn die personalisierte Auswahl von Treffern ist niemals zufällig oder neutral. Und Algorithmen sind letztlich nur wenig steuerbar. Machen Sie selbst einen Test: Welche der ersten 100 Treffer einer beliebigen Google-Suche würden Sie wie und mit welcher Begründung anordnen? Inwiefern könnten Ihre Kriterien allgemein verbindlich sein?

Tobias Gostomzyk ist Professor für Medienrecht in Dortmund.

Von Tobias Gostomzyk

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