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Deutschland / Welt Verbleib von 1500 Migrantenkindern in den USA unklar
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Verbleib von 1500 Migrantenkindern in den USA unklar
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07:24 20.09.2018
Viele Flüchtlingskinder sind in den USA noch von ihren Eltern getrennt. Quelle: AP Photo/Richard Vogel/Archiv
Washington

Die US-Regierung hat fast 1500 Kinder von Migranten aus den Augen verloren, die in die Obhut von Paten gegeben worden waren. Zwischen April und Juni hätten sich zwar Sachbearbeiter telefonisch nach dem Wohlergehen von 1488 Minderjährigen erkundigen wollen, diese aber nicht vorgefunden, räumte das Gesundheit- und Sozialministerium (HHS) kürzlich vor Senatsmitarbeitern ein. Die Zahl macht rund 13 Prozent aller unbegleiteten jungen Migranten aus, die die Regierung von Präsident Donald Trump in dem Zeitraum aus Unterkünften und Heimen geholt hatte.

Erst Ende Dezember hatte das HHS eingeräumt, nichts über den Verbleib von 1475 Kindern zu wissen. Hintergrund war eine Anhörung vor dem Senat, bei der scharfe Kritik am Ministerium laut wurde. Zuvor war ans Licht gekommen, dass es Maßnahmen zum Schutz von Kindern aus Zentralamerika vor Menschenhandel zurückgefahren hatte.

US-Senator: „Das ist äußerst beunruhigend“

Zur jüngsten Einlassung des Ministeriums sagte der republikanische Senator Rob Portman aus Ohio: „Die Tatsache, dass das HHS diese unbegleiteten Minderjährigen bei Paten untergebracht hat, und den Aufenthaltsort von fast 1500 von ihnen nicht weiß, ist äußerst beunruhigend. Viele dieser Kinder sind von Schmuggel und Missbrauch bedroht, und da nicht die Verantwortung für ihre Sicherheit zu übernehmen, ist inakzeptabel.“

Ministeriumssprecherin Caitlin Oakley dementierte, dass die Kinder „verloren“ gegangen seien. Bei den Paten handele es sich in der Regel um Familienangehörige, die in allen Fällen auf kriminelle Aktivitäten geprüft worden seien. Sie seien schlicht nicht erreicht worden oder hätten nicht auf Anrufe reagiert, sagte Oakley.

Über 150.000 unbegleitete Minderjährige in Obhut von Paten gegeben

Seit Oktober 2014 hat die Regierung mehr als 150.000 unbegleitete Minderjährige in die Obhut von Pflegeeltern oder anderen Erwachsenen gegeben, die sich während deren Asylverfahren um sie kümmern und sei bei Schulbesuch unterstützen sollen. Am Dienstag legten Mitglieder eines Unterausschusses im Senat einen Gesetzesentwurf vor, laut dem das Sozialministerium auch dann noch für die Fürsorge von Kindern von Migranten verantwortlich sein soll, wenn diese nicht formal in der Obhut der Behörde sind. So sollen Kinder vor möglichem Missbrauch in Haushalten und Menschenhandel geschützt werden.

Von RND/AP