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Deutschland / Welt Trump: „Die Deutschen sind sehr böse“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Trump: „Die Deutschen sind sehr böse“
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11:11 26.05.2017
US-Präsident Donald Trump in Brüssel. Quelle: dpa
Brüssel

US-Präsident Donald Trump soll bei seinem Treffen mit den EU-Spitzen heftige Kritik am deutschen Handelsbilanz-Überschuss geübt haben. Der „Spiegel“ zitierte Teilnehmer, die Trump mit den Worten wiedergaben: „Die Deutschen sind böse, sehr böse.“ Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte ein ähnliches Zitat. Trump habe mehrfach den deutschen Handelsüberschuss beklagt und diesen als „schlecht, sehr schlecht“ bezeichnet, hieß es dort.

Donald Trump ist seit Jimmy Carter der erste US-Präsident, der in den ersten hundert Tagen seiner Amtszeit gar nicht im Ausland war. Deswegen wird seine erste Reise nun mit Spannung begleitet.

Das Zitat schlug hohe Wellen – so hoch, dass sich auch Donald Tusk und Jean-Claude Juncker bei der Pressekonferenz zum G7-Gipfel damit befassen mussten. Tusk wollte die Trump-Äußerungen nicht kommentieren, Juncker hingegen bestätigte das Zitat, nannte es aber einen Übersetzungsfehler: „Es stimmt nicht, dass der Präsident eine aggressive Haltung gegenüber Deutschland eingenommen hat. Er hat nicht gesagt, dass die Deutschen sich schlecht benähmen, sondern dass wir ein Problem haben“, sagte Juncker. „Bad heißt ja nicht nur böse, schlecht reicht ja.“

Der „Spiegel“ zitierte Trump weiter laut Teilnehmern mit den Worten: „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“ Ähnliche Aussagen hatte Trump bereits früher öffentlich gemacht, allerdings in weniger drastischen Worten.

Faktencheck: Wie viele Autos verkaufen die Deutschen in den USA?

Insgesamt wurden 2016 auf dem US-Markt 17,5 Millionen neue Fahrzeuge verkauft. Davon kamen die deutschen Autobauer Mercedes, BMW, VW & Co in den USA im vergangenen Jahr auf einen Gesamtabsatz von 1,33 Millionen Fahrzeugen. Die deutschen Autobauer verkaufen also – auf einen Jahresabsatz bezogen – nicht „Millionen von Autos“. Ihr Marktanteil in den USA insgesamt liegt bei etwas mehr als 7 Prozent.

Platzhirsche auf dem US-Automarkt sind nach Daten des Fachblatts „Automotive News“ die US-Autokonzerne General Motors mit einem Marktanteil von 17,3 Prozent sowie Ford mit 14,8 Prozent. Dahinter folgen der japanische Hersteller Toyota mit einem Marktanteil von 14 Prozent, der italienisch-amerikanische Konzern Fiat Chrysler mit 12,9 Prozent sowie der japanische Autobauer Honda mit 9,3 Prozent.

Außerdem: Die deutschen Autobauer produzierten im vergangenen Jahr rund 850.000 Autos direkt in den USA. Seit 2009 ist die Produktion demnach vervierfacht worden. Nur 41 Prozent der in den USA gebauten Fahrzeuge werden aber in den Vereinigten Staaten verkauft, jeweils etwa ein Viertel geht nach Europa und Asien.

Von RND/dpa/are