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Deutschland / Welt „Tempolimit unbedingt sinnvoll und notwendig“
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10:55 23.01.2019
Verkehrsschild mit Richtgeschwindigkeit 130 km/h auf dem Straßenpflaster einer Autobahn. Quelle: imago/Ralph Peters

Herr Lottsiepen, was halten Sie von einem Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen?

Ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern ist unbedingt sinnvoll und notwendig. Es bringt viel für den Klimaschutz. So könnten drei Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen pro Jahr eingespart werden. So viel schaffen wir mit keiner anderen Maßnahme, die nichts kostet.

Haben Sie Verständnis dafür, dass Verkehrsminister Andreas Scheuer alle Tempolimit-Überlegungen für „gegen jeden Menschenverstand“ hält?

Herr Scheuer beleidigt mit dieser Aussage unsere europäischen Nachbarn, die ein Tempolimit haben. Ich bin gespannt, was Herr Scheuer bei seiner nächsten Verkehrsministerkonferenz in Brüssel erleben wird. Im Prinzip hat er alle seine Kollegen als Deppen bezeichnet. Ich denke, das wird sich niemand ohne weiteres gefallen lassen.

Seit Beginn des Jahrtausends ist die Zahl der Autobahn-Unfälle mit Personenschäden bereits um fast 20 Prozent zurückgegangen.

Man kann dennoch nicht einfach sagen: Wir tun nichts. Bei jeder Unfallstatistik kommt es auf den Zeitraum an. In diesem Jahrzehnt, zwischen 2011 und 2017 lag die Zahl der bei Verkehrsunfällen auf den Autobahnen Getöteten relativ stabil bei 400 pro Jahr. Die Zahl der Verletzten ist allerdings im gleichen Zeitraum um gut 5000 pro Jahr gestiegen. Die Folgen dieser Unfälle bedeuten für die Betroffenen und ihre Angehörigen oft langes Leid. Ich möchte daran erinnern: Im Koalitionsvertrag steht das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten auf null zu senken. Wenn die Bundesregierung das ernst nimmt, muss sie ein Tempolimit einführen.

Verkehrsexperte Lottsiepen: „Wir brauchen den Einstieg in eine echte Verkehrswende. Quelle: VCD/Katja TäubertVCD/Katja Täubert

Warum ist die Idee „Freien Fahrt für Freie Bürger“ so tief verankert?

Diesen Spruch benutzt heute nicht mal mehr der ADAC. Aber es stimmt schon, das Argument hört man immer wieder. Ich verstehe unter Freiheit, dass man immer seine Meinung sagen und überall hinreisen kann. Raserei ist kein Ausdruck von Freiheit.

Welche Chancen geben Sie dem Tempo-Vorschlag jetzt noch?

In der Arbeitsgruppe des Zukunftsforums Mobilität wurde vereinbart, nicht mit Einzelvorschlägen in die Öffentlichkeit zu gehen. Tatsächlich gibt es Spekulationen wird vermutet, dass das Bundesverkehrsministerium selbst Details aus der Runde wie die Überlegungen zum Tempolimit selbst nach draußen gegeben haben könnte – nur, um das Ganze dann mit Abscheu und Empörung zurückzuweisen. Die Bundesregierung hat Herrn Scheuer aufgegeben, bis 2030 rund 50 Millionen Tonnen CO2 im Verkehrssektor einzusparen. Wenn er ein Tempolimit ablehnt, müsste er auf anderem Wege zu einer Minderung kommen.

Welche Maßnahmen wären denn notwendig?

Wir brauchen den Einstieg in eine echte Verkehrswende. Mobilität muss umweltfreundlicher werden. Das geht nur mit besseren Möglichkeiten mit dem Fahrrad oder zu Fuß von A nach B zu kommen. Und natürlich müssen der Öffentliche Nahverkehr, der Bahnverkehr und die Elektromobilität insgesamt ausgebaut werden. Dazu ist eine Investitionsoffensive erforderlich, in Bahntrassen, Züge und Bahnhöfe.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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