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Deutschland / Welt Trump warnt vor „Gemetzel“ in Idlib – Weltsicherheitsrat in Sorge
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07:16 06.09.2018
Ein Mann vor seinem zerstörten Haus in Idlib (Archivfoto). Quelle: imago/ZUMA Press
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New York

Im Kampf um die letzte syrische Rebellenhochburg Idlib wachsen die Sorgen über einen unmittelbar bevorstehenden Angriff der Regierungstruppen. Während die zehn gewählten Mitglieder des UN-Sicherheitsrats am Mittwoch (Ortszeit) eine friedliche Lösung für die Provinz anmahnten, warnte US-Präsident Donald Trump den syrischen Staatschef Baschar al-Assad vor den Konsequenzen einer Offensive.

„Wenn es ein Gemetzel ist, wird die Welt sehr, sehr wütend werden und die Vereinigten Staaten werden ebenfalls sehr wütend werden“, sagte er in einem Gespräch mit dem Emir von Kuwait.

An diesem Donnerstag soll der UN-Sicherheitsrat zunächst über die jüngsten Entwicklungen mit Blick auf Chemiewaffen in Syrien informiert werden. Am Freitagmorgen steht zudem eine Sitzung über die verheerende humanitäre Situation in Idlib an. Ebenfalls am Freitag wollen Russland und Iran als Unterstützer Assads und die Türkei, die die Rebellen unterstützt, über die Krise in Syrien beraten.

Kremlsprecher nennt Situation in Idlib besorgniserregend

Das Schicksal der Rebellenhochburg wird sich laut Moskau nach dem Treffen der Präsidenten Russlands, des Irans und der Türkei am Freitag in Teheran entscheiden. Dann werde Klarheit über die militärische Lage herrschen, sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow der Agentur Interfax zufolge. Russland und der Iran sind Verbündete Assads, die Türkei stützt die Rebellen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow nannte die Situation in Idlib besorgniserregend. Russland berate mit allen seinen internationalen Kontakten über die Lage. Russische Kampfjets hatten am Dienstag eine Reihe von Luftangriffen auf die Region geflogen. Mit heftigen Bombardements aus der Luft wurden in der Vergangenheit Bodenoffensiven auf syrische Rebellenhochburgen vorbereitet.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warnte derweil vor einer Eskalation der Gewalt. Was in Idlib vor sich gehe, sei „unbarmherzig“, sagte er türkischen Medienberichten zufolge. „Gott bewahre, wenn diese Gebiete mit Raketen beschossen werden, dann gibt es da ein sehr schlimmes Massaker.“ Ankara bereitet sich bereits seit Tagen auf einen möglichen Flüchtlingsansturm vor.

UN-Sicherheitsratsmitglieder warnen vor umfangreicher Militäroperation

In der syrischen Provinz leben derzeit rund drei Millionen Zivilisten. Bereits am Dienstag hatte das Weiße Haus gewarnt, im Falle einer Offensive der syrischen Regierung werde die Reaktion „schnell und angemessen“ ausfallen. Die UN-Sicherheitsratsmitglieder erklärten am Mittwoch in einer gemeinsamen Stellungnahme, eine umfangreiche Militäroperation werde zu einer humanitären Katastrophe führen. Sie forderten alle Konfliktbeteiligten zur Zurückhaltung auf. Der Schutz von Zivilisten müsse Priorität haben, medizinische Einrichtungen und Bildungsstätten müssten geschützt werden.

Die USA, Großbritannien und Frankreich haben wie bereits in der Vergangenheit erklärt, im Falle weiterer Chemiewaffenangriffe durch Assad Vergeltung üben zu wollen. Beim Besuch des kuwaitischen Emirs im Weißen Haus, Scheich Sabah al-Ahmed al-Dschabir al-Sabah, sagte Trump, das Land sei ein „großartiger Partner“ etwa im Kampf gegen Terrorismus.

Behauptungen aus einem neuen Enthüllungsbuch, er habe Assad nach einem Chemiewaffenangriff im vergangenen Jahr ermorden lassen wollen, trat Trump entgegen. „Das wurde nie in Erwägung gezogen. Noch wird es in Betracht gezogen.“

Von RND/AP/dpa

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