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Deutschland / Welt Spanien-Freunde: „Wir sind die Stimme Kataloniens“
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18:49 08.10.2017
Spanische und katalanische Flaggen in trauter Harmonie: Demonstration der Separatisten-Gegner am 8. Oktober in Barcelona. Quelle: dpa
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Barcelona

Der Unabhängigkeitsprozess, den die separatistische Regionalregierung in Gang gesetzt hat, könnte am 10. Oktober mit der Ausrufung der katalanischen Republik durch das Regionalparlament einen weiteren Höhepunkt erleben. Noch sind die Pläne von Regionalpräsident Carles Puigdemont für diesen Dienstag nicht bekannt, möglicherweise wird er noch einen Rückzieher machen. Eben für diesen Stopp in letzter Minute setzten sich die Demonstranten in Barcelona ein.

Nach den Umfragen der vergangenen Monate sind die Unabhängigkeitsgegner in Katalonien leicht in der Mehrheit, die Verhältnisse könnten sich in den vergangenen Wochen aber geändert haben. Bisher hatten die Antiseparatisten ihre Meinung hauptsächlich in Interviews oder Privatgesprächen kundgetan. Die Demonstration vom Sonntag war ihr erster Massenaufmarsch. „Wir sind die Stimme Kataloniens“, sagte ein Redner auf der Tribüne neben der Estació de França am Rande der Altstadt von Barcelona. Zu seinen Füßen hatten sich die Straßen in ein Meer von spanischen, katalanischen und etlichen europäischen Flaggen verwandelt.

Hauptredner war der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa, der auch die spanische Staatsbürgerschaft besitzt. Er erinnerte in einer kämpferischen Ansprache an die Jahre, die er gegen Ende der Franco-Diktatur in Barcelona verbrachte, „als hier schon europäische Winde wehten“, eher als in anderen spanischen Städten. Diesen Geist der Offenheit solle sich die Stadt zurückerobern. „Die Demokratie ist hier, um zu bleiben, und keine Unabhängigkeitsverschwörung wird sie zerstören.“

Am Sonnabend hatte es in Barcelona und in Madrid kleinere, aber ebenfalls beeindruckende Demonstrationen ohne alle Fahnen gegeben, bei denen die weiß gekleideten Teilnehmer auf Katalanisch und Spanisch forderten: „Parlem“, „Hablemos“ – lasst uns reden. Eine Aufforderung zum Dialog an Puigdemont und den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Der erklärte in einem Interview, das am Sonntag in El País erschien, dass er in diesem Konflikt keine Vermittler brauche. Solange das katalanische Parlament nicht einseitig die Unabhängigkeit erkläre, denke er auch nicht daran, die Autonomierechte der Region einzuschränken, so wie es von einigen spanischen Politikern bereits gefordert wird.

Von Martin Dahms/RND

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