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Deutschland / Welt So lief das TV-Duell der Spitzenkandidaten
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22:56 10.10.2017
Ministerpräsident Stephan Weil (SPD, links) und Herausforderer Bernd Althusmann (CDU) begegneten sich auf Augenhöhe.   Quelle: dpa
Hannover

 Sie kamen zunächst vergleichsweise locker rüber. Beide. Stephan Weil hat seine rote Krawatte gegen eine blau-weiß gestreifte ausgetauscht. Und Bernd Althusmann hatte auf den Schlips gleich ganz verzichtet. Aber so locker waren Stephan Weil (SPD) und Bernd Althusmann (CDU), Ministerpräsident und Herausforderer, beim NDR-Fernsehduell zur Landtagswahl am Dienstagabend dann doch nicht. Am Anfang, als es um die frühere Grünen-Abgeordnete Elke Twesten ging, die Rot-Grün in Niedersachsen mit ihrem Wechsel zur CDU zu Fall gebracht hatte, konnte man bei Weil eine ziemlich gepresste Stimme hören („Grober Verstoß gegen Spielregeln“). Althusmann verwies kühl auf 130 Wechsel dieser Art in der Bundesrepublik.

Dafür wurde Althusmann schmallippig, als es um die Umfragewerte im Land für den Amtsinhaber (45 Prozent würden Weil wählen) und den Herausforderer (24 Prozent) ging: „Es werden Parteien gewählt.“

Aber nicht die Linke, vermutete Weil, die werde an der 5-Prozent-Hürde scheitern – weswegen das Thema Rot-Rot-Grün, eines der Lieblingsschreckensszenarien der CDU, gar kein Thema sei. Althusmann erteilte der AfD, den Linken – und Grünen-Landwirtschaftsminister Christian Meyer eine Absage.

Keine Einigkeit in Sachthemen

In den Sachthemen gab es natürlich keine Einigkeit. Schule, Inklusion, Sicherheit, Verkehr, Abschiebungen – es wurden vorwiegend bekannte Argumente ausgetauscht. Bei VW und Diesel wurde der Ton schärfer: Weil habe den Vorstand des Konzerns nicht zur Rechenschaft gezogen, schimpfte Althusmann, Weil schoss zurück, seine Regierung räume auf, was CDU und FDP vorher versäumt hätten.

Moderator Andreas Cichowicz, NDR-Fernsehchefredakteur, achtete auf gleich verteilte Sprechminuten, unterbrach aber Althusmann weitaus häufiger als Weil. Ein emotionsgeladener Schlagabtausch kam nicht zustande. Der Ministerpräsident argumentierte kühler, Althusmann bemühte sich eher um persönliche Komponenten – erzählte, was eine Nachbarin gesagt habe, sprach von nicht hinnehmbaren Mobilfunklücken auf dem Land.

Am Ende baten beide um Vertrauen. Das Duell entsprach insgesamt den Umfragen: SPD und CDU liegen Kopf an Kopf.

Von Bert Strebe/RND

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