Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Sessions verschwieg Treffen mit russischem Botschafter
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Sessions verschwieg Treffen mit russischem Botschafter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:28 02.03.2017
US-Justizminister Jeff Sessions. Quelle: AP
Anzeige
Washington

Der neue US-Justizminister, Jeff Sessions, hat während des Wahlkampfes im vergangenen Jahr zwei Mal mit dem russischen Botschafter in den Vereinigten Staaten gesprochen. Zu der Zeit sei Sessions noch Senator gewesen, teilte das Justizministerium am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Er habe sich aber „nie“ mit russischen Vertretern getroffen, um über den Wahlkampf in den USA zu sprechen, versicherte Sessions.

Die „Washington Post“ hatte berichtet, dass der neue US-Justizminister Jeff Sessions habe sich im vergangenen Jahr zweimal mit demselben Botschafter getroffen und dies bei einer Anhörung im Senat zu seiner Nominierung im Januar verschwiegen. Das Justizministerium teilte daraufhin mit, Sessions und der russische Botschafter seien einmal bei einem Bürobesuch aufeinandergetroffen, als Sessions seiner Funktion als Mitglied des Verteidigungsausschusses im Senat nachgekommen sei. Bei dem zweiten Treffen nach einer Rede in der Washingtoner Denkfabrik Heritage Foundation seien auch andere Botschafter anwesend gewesen.

„Ich hatte keine Kommunikation mit den Russen“

Die Unterhaltungen erwähnte Sessions nicht während seiner Senatsanhörung für den Posten des Justizministers. Auf die Frage des Senators Al Franken, ob er von mutmaßlichen Kontakten zwischen Moskau und Trump-Beratern wüsste, sagte Sessions, ihm seien diese nicht bekannt. „Ich wurde ein- oder zweimal zum Stellvertreter der Wahlkampagne ernannt und ich hatte keine Kommunikation mit den Russen.“ Sessions galt bereits früh im Wahlkampf als Trump-Unterstützer.

Eine Sprecherin des Justizministeriums sagte, diese Aussage von Sessions sei nicht irreführend. „Während der Anhörung wurde er zu Russland und der Trump-Kampagne befragt – nicht über Treffen, die er als Senator und Ausschussmitglied wahrnahm“, teilte sie mit.

Die demokratische Minderheitsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, wollte sich damit allerdings nicht zufrieden geben. Sie beschuldigte Sessions, beim Amtseid gelogen zu haben und forderte seinen Rücktritt. Ihr Amtskollege, der Abgeordnete Adam Schiff, sagte, Sessions müsse sich von jeglicher Rolle in den FBI-Ermittlungen wegen Voreingenommenheit zurückziehen. Dies sei keine Forderung, sondern „ein Muss“. Das Weiße Haus gab zunächst keinen Kommentar ab.

Das FBI ermittelt derzeit, ob Russland zugunsten des heutigen US-Präsidenten Donald Trump Einfluss auf die US-Präsidentschaftswahl genommen hat.

Von dpa(AP/RND

Anzeige