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Deutschland / Welt Regenschirm-Aktivisten müssen in Haft
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13:15 17.08.2017
Die Anführer der „Regenschirm-Proteste“ in Hong Kong im Jahr 2014: Nathan Law (l), Joshua Wong (m) und Alex Chow (r). Alle drei müssen ab Donnerstag Haftstrafen antreten. Quelle: dpa
Peking

Der junge Hongkonger Aktivist Joshua Wong ist für seine Beteiligung an den prodemokratischen Demonstrationen vor knapp drei Jahren zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Hongkong verurteilte am Donnerstag außerdem zwei Mitstreiter des 20-Jährigen: Nathan Law muss für acht Monate ins Gefängnis, Alex Chow erhielt eine siebenmonatige Haftstrafe. Alle drei waren im vergangenen Jahr wegen „illegaler Versammlungen“ zunächst zu Sozialstunden verurteilt worden. Nachdem die Anklage in Berufung gegangen war, wurde das Strafmaß nun erhöht.

Peking will demokratische Wahlen einschränken

Die Studentenführer waren am 26. September 2014 über einen Zaun in den Vorhof des Hongkonger Regierungssitzes geklettert und wurden deswegen nun verurteilt. Später folgten weitere Demonstrationen, die wichtige Teile der asiatischen Wirtschaftsmetropole mehr als zwei Monate lahmlegten.

Die „Regenschirm-Proteste“, die weltweit für Schlagzeilen sorgten, waren die größte Herausforderung für Chinas kommunistische Führung in der früheren britischen Kronkolonie seit deren Rückgabe 1997. Die Proteste hatten sich an Beschlüssen Pekings entzündet, 2017 zwar erstmals eine direkte Wahl in Hongkong zu erlauben, den Wählern aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern.

Auch andere Demokraten sitzen schon in Haft

„Sie können unsere Proteste zum Schweigen bringen, uns aus dem Parlament entfernen und uns einsperren. Aber sie werden nicht die Herzen und Köpfe der Hongkonger gewinnen“, schrieb Wong nach dem Urteil auf Twitter und forderte seine Anhänger dazu auf, nicht aufzugeben.

Menschenrechtler kritisierten das Urteil gegen Wong und seine Mitstreiter scharf. Es handele sich um einen „rachsüchtigen Angriff“, sagte Mabel Au, Direktor vor Amnesty International in Hongkong. Die Verfolgung von prominenten Demokratieaktivisten durch die Behörden müsse beendet werden.

Bereits am Dienstag waren in einem ähnlichen Verfahren 13 Demonstranten zu Haftstrafen verurteilt worden, obwohl ihr ursprüngliches Strafmaß nur Sozialstunden vorgesehen hatte. US-Senator Marco Rubio bezeichnete die Urteile in einer Stellungnahme als „einen Versuch, die nächste Generation von Hongkongs prodemokratischer Bewegung zu zermalmen“.

Von RND/dpa

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