Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Rebellion: Staatschef Maduro sieht Söldner am Werk
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Rebellion: Staatschef Maduro sieht Söldner am Werk
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:45 07.08.2017
Venezolanische Soldaten stoppen ein Auto auf dem Militärstützpunkt Paramacay. Quelle: AP
Caracas

Gewohnt harte Worte fand Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro nach dem Angriff auf den Militärkomplex Paramacay im Norden des Landes. Maduro kündigte eine harte Reaktion an: „Das ist ein Terrorakt gegen die Streitkräfte“, sagte er in seiner TV-Sendung „Domingos con Maduro“. Das Militär habe mit dem „Geist der Stärke“ reagiert. Die meisten der sieben Verhafteten seien Soldaten, die von „ultrarechten Gruppen“ angeheuert worden seien.

„Die Rechnung wurde aus Miami und Kolumbien bezahlt“, sagte Maduro. Einige der „Söldner und Terroristen“ seien flüchtig, auch der Rädelsführer. Als Drahtzieher hinter der Aktion vermutet der Präsident die USA und Kolumbien, denen er regelmäßig vorwirft, einen Umsturzversuch mit der Opposition Venezuelas zu initiieren.

Umstände wie beim Putschversuch in der Türkei im Juli 2016?

Die merkwürdigen Umstände des Angriffs führten zu Spekulationen und Befürchtungen in sozialen Netzwerken, der Vorfall könnte Anlass für einen massiven Gegenschlag wie nach dem Putschversuch in der Türkei sein. Maduro zufolge wurden bei dem Angriff auf den Komplex Paramacay zwei Männer getötet und einer verletzt. Bei der Attacke 170 Kilometer westlich von Caracas hätten am Sonntagmorgen rund 20 „Söldner“ den Komplex angegriffen und seien zum Waffenlager vorgedrungen.

Dort ist auch eine wichtige Panzerbrigade stationiert. Es sei Alarm ausgelöst worden und es habe Schusswechsel gegeben, einigen sei die Flucht gelungen. „Wir werden sie kriegen“, versprach Maduro. Anführer soll der abtrünnige Militär Juan Caguaripano gewesen sein. Er werde von den USA protegiert und habe sich zuletzt in Miami, Panama und Kolumbien aufgehalten, vermutete Maduro.

Caguaripano war 2014 untergetaucht, weil er damals schon seinen Widerstand gegen Maduro erklärt hatte und aus dem Militär ausgeschlossen worden war. In einem Internet-Video sagte er umringt von uniformierten Männern: „Wir sind in gemeinsamer Rebellion mit dem mutigen venezolanischen Volk gegen die mörderische Tyrannei von Nicolás Maduro. Das ist kein Staatsstreich, sondern eine Aktion von Militärs und Zivilisten, um die verfassungsgemäße Ordnung wiederherzustellen und um das Land vor der totalen Zerstörung zu bewahren und um den Mord an unserer Jugend zu stoppen.“

120 Menschen kamen seit April bei Protesten ums Leben

Seit April kamen bei Protesten und Demonstrationen über 120 Menschen ums Leben. Seit der Einsetzung einer Verfassungsgebenden Versammlung mit 545 überwiegend den Sozialisten nahestehenden Delegierten hat sich die Lage nochmals deutlich verschärft. Die kritische Generalstaatsanwältin Luisa Ortega wurde abgesetzt, sie darf das Land nicht verlassen.

Das Parlament, in dem die Opposition eine klare Mehrheit hat, ist nun de facto machtlos, da ihm die neue Versammlung übergeordnet ist - sie soll mindestens zwei Jahre tagen, neben der Reformierung der Verfassung wird sie alle relevanten politischen Entscheidungen treffen. Viele Staaten erkennen sie nicht an, da sie das Vehikel für den Umbau des Staates zu einer Diktatur sein könnte.

Von RND/dpa

Die Linke will regieren – das macht Gregor Gysi im exklusiven Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) deutlich. Nötig sei hierfür nur ein tragfähiger Kompromiss.

07.08.2017

Russland ist nach Aussage von Außenminister Sergej Lawrow trotz neuerlicher Sanktionen zu einer vertieften Zusammenarbeit mit den USA bereit. Und sein US-amerikanischer Amtskollege Rex Tillerson: schweigt.

06.08.2017

Als engste Partner gelten Washington und Peking nicht, doch aus Angst vor einer Eskalation mit Nordkorea nähern sich die Großmächte an. China gilt als Schlüssel in dem Konflikt. Das Land muss abwägen zwischen der nuklearen Gefahr und Spannungen an der eigenen Grenze.

06.08.2017