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Deutschland / Welt Rassenkunde im Bio-Unterricht: Schulleiter zieht Konsequenzen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Rassenkunde im Bio-Unterricht: Schulleiter zieht Konsequenzen
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20:11 22.01.2019
Ausschnitt aus dem Themenheft „Naturwissenschaft Biologie, Chemie, Physik – Farben“ Quelle: privat
Leipzig

Nach Bekanntwerden des Skandals um veraltetes Lehrmaterial samt Rassentheorie, das noch in diesem Schuljahr an einer sächsischen Oberschule zum Einsatz gekommen ist, hat die Schule inzwischen Konsequenzen gezogen. Wie das sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) am Dienstag mitteilte, sei der Schulleiter inzwischen seiner Verantwortung gerecht geworden und habe die im Biologie-Unterricht benutzten Themenhefte alle entfernen lassen. Zudem bekräftigte eine Sprecherin, dass es sich um einen Einzelfall gehandelt habe, berichtet die „Leipziger Volkszeitung“.

In dem 1998 im früheren DDR-Schulbuchverlag „Volk & Wissen“ erschienenen Themenheft über Farben in der Natur wurden unter anderem angeblich existierende Menschenrassen thematisiert. Im Buch ist konkret von negriden, mongoloiden und europäischen „Rassenkreisen“ die Rede. Auf einer Kapitelseite werden auch vermeintlich typische Vertreter gezeigt, inklusive einer Beschreibung ihrer angeblichen Rassenmerkmale – wie dicke Lippen, untersetzter Körperbau oder Gelbton der Haut. Dazu passend wurden die Zehntklässler in einer schriftlichen Übung dazu aufgefordert, Schaubilder mit verschiedenen Nasen- und Augenformen zu beschriften und diese den vermeintlichen Rassen zuzuordnen.

Grüne macht Druck auf Bildungsminister

Entsetzte Eltern hatten sich in der Folge an die Landtagsabgeordnete Petra Zais (Grüne) gewandt. Zais forderte im Dezember mit Hilfe einer kleinen Anfrage im Landtag Aufklärung von Bildungsminister Christian Piwarz (CDU). Der Unionspolitiker verwies darauf, dass der Begriff „Menschenrasse“ bereits seit 2004 nicht mehr Teil des Lehrplans sei, stattdessen die überwiegende genetische Gemeinsamkeit aller Menschen vermittelt werden soll.

Allerdings gebe es seit 2017 auch eine Zulassungsfreiheit für alle Druckwerke in sächsischen Schulklassen – ausgenommen für die Fächer Religion und Ethik. Gemäß der geltenden Schulgesetzgebung sei deshalb der Schulleiter für die eingesetzten Lehrmittel verantwortlich. Grünen-Abgeordnete Zais reagierte mit Unverständnis darauf und forderte Piwarz auf, das rassistische Lehrmaterial endlich aus dem Unterricht zu entfernen.

Rassenbiologie gilt heute als Pseudowissenschaft

Die Theorie verschiedener menschlicher „Rassen“ wurde maßgeblich im Zuge der Kolonialisierung Afrikas und Amerikas durch mitteleuropäische Staaten entwickelt und stützte sich dabei auf äußerliche Eindrücke der Eroberer. Deren Beschreibungen waren nicht selten von herabwertenden Begriffen geprägt – um ihre eigene Herkunft als überlegen darzustellen. Ihren verheerenden Höhepunkt erlebte die Rassentheorie in der Zeit des Nationalsozialismus, in der die Unterscheidungen einer angeblich arischen und einer semitischen Rasse Millionen Menschen in den Gaskammern der Nazis das Leben kostete.

Mit zunehmender Erforschung der Gene im 20. Jahrhundert stellte sich heraus, dass die Unterschiede verschiedener Menschengruppen viel geringer sind als angenommen. Die Rassenbiologie wird heute als veraltete Pseudowissenschaft angesehen, mit einem hohen Potential an Diskriminierung.

Lesen Sie hier:
Rassentheorie im sächsischen Unterricht – Grüne fordern Minister zum Handeln auf

Von Matthias Puppe/RND

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