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Deutschland / Welt Putin hat, was Trump gerne hätte
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Putin hat, was Trump gerne hätte
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06:02 17.07.2018
Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland festigen sich nach einem kräftigen Einbruch wieder. Quelle: dpa
Berlin

Sie ist fast schon eine Obsession: Die Fixierung Donald Trumps auf Handelsbilanzen. Das Verhältnis von Einfuhren zu Ausfuhren ist für den US-Präsidenten der wichtigste Gradmesser, wenn es um den Wert der Beziehungen zwischen den USA und anderen Staaten geht.

Mehr noch: Auch das Verhältnis anderer Länder miteinander betrachtet Trump gerne durch diese Brille.

Dass die Bundesrepublik einen gigantischen Handelsüberschuss gegenüber den USA erwirtschaftet – im Vorjahr waren es 50,5 Milliaden Euro –, wurmt den US-Präsidenten seit Langem. Noch mehr wurmt ihn, dass im Handel zwischen Deutschland und Russland der Überschuss auf russischer Seite liegt.

Im Jahr 2017 erzielte Deutschland im Außenhandel mit Russland ein Defizit in Höhe von 5,6 Milliarden Euro. Waren im Wert von 25,9 Milliarden Euro exportierte die Bundesrepublik nach Russland, kaufte dort aber für 31,4 Milliarden Euro ein. Die Erklärung: Deutschland importiert große Mengen Erdöl und Erdgas. 19,8 Milliarden Euro flossen allein für Öl und Gas vergangenes Jahr von Deutschland nach Russland. Dazu weitere 4,1 Milliarden Euro für Kokskohle und Mineralöl.

Ergebnisse einer AHK-Studie Quelle: RND

Die deutschen Milliardenzahlungen für Energie sind Trump ein Dorn im Auge. Der US-Präsident argumentiert mit Sicherheitsinteressen und einer angeblichen Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas. Allerdings spielt bei der Kritik auch eine Rolle, dass die Amerikaner selbst gerne Flüssiggas nach Deutschland verkaufen würden. Dieses ist aber ungleich teurer als das Pipelinegas aus Sibirien und findet deshalb bislang keine Abnehmer.

Grundsätzlich zieht der Handel zwischen Deutschland und Russland an – obwohl die Wirtschaftssanktionen der EU wegen der Annexion der Krim durch Russland nach wie vor in Kraft sind.

Um 20,2 Prozent sind die deutschen Exporte nach Russland 2017 gestiegen, die Importe legten um 18,7 Prozent zu. Damit sind sie zwar noch ein Stück vom Höchstwert im Jahr 2012 (Exporte: 38,1 Milliarden Euro, Importe: 42,8 Milliarden Euro) entfernt, aber immerhin ist die Trendwende geschafft, nachdem die Zahlen zuvor vier Jahre in Folge gesunken waren. Die Aussichten bleiben gut: Bis Mai 2018 legten die deutschen Exporte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,1 Prozent zu, die Importe wuchsen um 4,2 Prozent.

So soll es nun auch weitergehen. Die Wirtschaft hofft auf eine Lockerung des Sanktionsregimes; die Manager wissen aber, dass das nur möglich ist, wenn sich Russland in der Ukraine-Frage bewegt und das Abkommen von Minsk zumindest teilweise umsetzt.

Von Andreas Niesmann

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