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Deutschland / Welt Odingas Streikappell verhallt ohne Wirkung
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17:35 15.08.2017
Raila Odinga rief zum Streik auf, doch kaum einer folgte ihm. Quelle: AP
Nairobi

Der Alltag setzte zum Wochenstart in Nairobi wie in ganz Kenia wieder ein. Ein überraschender Umstand vor dem Hintergrund, dass das ganze Land in den Vortagen von Unruhen durchzogen war. Nach dem erklärten Sieg von Uhuru Kenyatta am vergangenen Freitag brachen in den Oppositionshochburgen, die Kandidat Raila Odinga unterstützen, gewalttätige Proteste aus. Nach Angaben einer staatlich finanzierten Menschenrechtsgruppe erschoss die Polizei bei Zusammenstößen nach der Wahl 24 Menschen. Während die Polizisten von sechs Tötungen sprachen, prangerte das Oppositionsbündnis Nasa den Tod von mehr als 100 Personen an, ohne dafür jedoch Beweise vorzulegen.

Der 72-jährige Odinga, der sich um den Sieg betrogen fühlt, rief seine Anhänger sogar zum Streik auf, um sein Anliegen zu unterstreichen. Doch sein Ruf blieb weitgehend ungehört. „Ich bin zur Arbeit gekommen, weil ich Essen brauche. Meine Kinder und meine Enkel benötigen auch etwas zum Essen. Sie können uns zum Streik mobilisieren, aber am Ende des Tages werden sie etwas essen können und wir nicht“, legte die 62-jährige Margaret den Finger in die Wunde. Die Friseurin hat ihren Laden im großen Nairobi-Slum Kibera, eine Hochburg Odingas. Doch nur wenige können es sich dort leisten, allzu lang der Arbeit fernzubleiben. Lediglich im Slum Mathare von Nairobi blieben viele Verkaufsstände geschlossen. Dort war es nach der Wahl zu den schlimmsten Zusammenstößen zwischen den Protestlern und der Polizei gekommen. Der Polizeichef von Nairobi, Japeth Koome, verkündete am Montag hingegen, die Lage habe sich weitgehend normalisiert.

Präsident Kenyatta ruft zu friedlichen Demonstrationen auf

Odinga, der bereits bei den Wahlen 2007 und 2013 den Kürzeren zog, unterlag mit rund 45 Prozent der Stimmen Amtsinhaber Kenyatta, der 54 Prozent der Wähler auf sich vereinigen konnte. Uhuru Kenyatta zog am Montag einen Schlussstrich unter die Wahl. „Die Kenianer betrachten die Wahl als abgeschlossen. Die Mehrheit ist zur Arbeit erschienen“, griff der 55-Jährige den Streikaufruf Odingas auf und bat seinen Konkurrenten, seine Anhängerschaft nicht weiter anzustacheln. „Demonstriert einfach friedvoll und ordentlich. Den Verlust von Menschenleben, die Zerstörung und das Plündern von Eigentum wird die Regierung nicht akzeptieren. Viele Millionen Kenianer sind gewillt, ihrer Arbeit wie gewohnt nachzugehen.“

Sein Herausforderer Raila Odinga wollte sich erst am Dienstag wieder an die Öffentlichkeit wenden. Akzeptiert er seine Wahlniederlage, kann sich die angespannte Lage schnell beruhigen. Ruft er zu weiteren Protesten auf, so wird sich die Krise im ostafrikanischen Staat weiter verschärfen.

Von RND/krö/epd

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