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Deutschland / Welt Nordkorea feuert offenbar Interkontinentalrakete ab
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nordkorea feuert offenbar Interkontinentalrakete ab
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19:54 28.07.2017
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un beim Test einer Interkontinentalrakete Anfang Juni 2017. Quelle: dpa
Tokio

Das Geschoss sei etwa 45 Minuten in der Luft gewesen, sagte der japanische Regierungssprecher Yoshihide Suga. Das sind fünf Minuten mehr als der am 4. Juli getestete Flugkörper, bei dem es sich nach nordkoreanischen Angaben um eine Interkontinentalrakete gehandelt hatte. Nordkorea äußerte sich zunächst nicht.

Suga sagte, die Rakete sei westlich der Insel Hokkaido zwischen Korea und Japan im Meer gelandet. Japan habe bereits Protest eingelegt. Nordkorea sei erneut provozierend aufgetreten. Das könne nicht akzeptiert werden. Ob es sich um eine Interkontinentalrakete gehandelt habe, werde noch untersucht.

Ministerpräsident Shinzo Abe berief eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats ein. „Wir werden die Information sofort analysieren und unser Äußerstes tun, um die Sicherheit des japanischen Volkes zu schützen“, sagte er. Der Sender NHK meldete, die Küstenwache habe eine Sicherheitswarnung an Flugzeuge und Schiffe herausgegeben.

Nordkorea möchte das US-amerikanische Festland erreichen

Auch der südkoreanische Generalstab bestätigte einen Raketenstart. Das Trägersystem habe in der Provinz Jagang abgehoben, hieß es.

In Nordkorea gab es zunächst keine Berichte über einen Raketentest. Für eine Bestätigung solcher Starts lässt sich das Land oft Stunden oder sogar mehrere Tage Zeit. Rundfunk und Fernsehen des Landes hatten ihre Programme auch schon beendet, als die Rakete in der Nacht abhob. Üblicherweise startet Nordkorea Testraketen am Morgen. Jetzt könnte es demonstriert haben, dass es auch zu nächtlichen Raketenstarts in der Lage ist.

Das Ziel Nordkoreas ist es, eine Langstreckenrakete zu entwickeln, die mit einem Nuklearsprengkopf das US-Festland erreichen kann. Anfang Juli testete der Staat eine Rakete, die nach seinen Angaben dazu in er Lage ist, weil sie bis Alaska fliegen könnte. Experten schätzten, dass dies bei einer anderen Flugbahn durchaus möglich sei. Unklar war, ob die Rakete vom Typ Hwasong 14 auch einen Atomsprengkopf tragen kann. Die Vereinten Nationen lehnen Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm ab und haben deswegen Sanktionen gegen das Land verhängt.

Der pensionierte japanische Admiral Yoji Koda sagte, die Informationen über den Raketentest vom Freitag legten nahe, dass es sich wahrscheinlich um eine weitere Interkontinentalrakete gehandelt habe.

Von RND/dpa/ap