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Deutschland / Welt Nordkorea baut offenbar neue Interkontinentalraketen
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06:53 31.07.2018
Kim Jong Un (3.v.l), bei einer Präsentation der ICBM Hwasong-15 Rakete Quelle: dpa
Seoul

Trotz Gesprächen mit den USA über den Abbau seines Atomwaffenprogramms scheint Nordkorea nach Medienberichten weiterhin Raketen herzustellen. Geheimdienste in den USA hätten Hinweise darauf, dass Nordkorea in einer Forschungseinrichtung nahe Pjöngjang möglicherweise eine bis zwei neue Interkontinentalraketen baue, die potenziell amerikanisches Festland erreichen könnten, berichtete die „Washington Post“ am Montag und berief sich auf Regierungsbeamte.

Als Beleg hätten die Informanten Satellitenfotos von Aktivitäten in der Anlage von Sanumdong vorgelegt, in der Nordkorea seine „ersten ballistischen Interkontinentalraketen“ gebaut habe, schrieb die Zeitung. „Wir sehen, dass sie weiter daran arbeiten, genau wie zuvor“, wurde ein Beamter zitiert.

Keine konkreten Zusagen für die Abrüstung

Die Aktivitäten in der Waffenfabrik seien für US-Regierungsbeamte keine Überraschung. Machthaber Kim Jong Un habe bisher keine öffentlichen Versprechungen gemacht, alle Arbeiten in den zahlreichen Nuklear- und Raketeneinrichtungen im Land einzustellen.

Bei seinem aufsehenerregenden Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump im Juni in Singapur hatte Kim seine Bereitschaft zur „kompletten Denuklearisierung“ bekräftigt. Es gab aber keine konkreten Zusagen, wie und bis wann abgerüstet werden sollte. Nordkoreas kommunistische Führung, die den USA jahrelang eine „feindselige Politik“ vorgeworfen hatte, sieht im Bau von Langstreckenraketen eine Überlebensgarantie. US-Außenminister Mike Pompeo hatte vergangene Woche mit Blick auf die Abrüstungsgespräche mit Pjöngjang betont, beide Länder hätten noch einen „verdammt langen Weg“ vor sich.

Eine Nation und 65 Jahre Feindschaft: Der lange Weg zur Versöhnung

1948 – die Teilung Koreas wird besiegelt:Mit der japanischen Kapitulation endete 1945 die 35-jährige Kolonialherrschaft Japans in Korea. Die Siegermächte USA und Sowjetunion teilen Korea in zwei Einflusszonen auf: 1948 wird am 15. August im Süden die Republik Korea gegründet und am 9. September im Norden die Demokratische Volksrepublik Nordkorea ausgerufen. Erster Staatschef im Norden wird Kim Il Sung, der Großvater des heutigen Präsidenten Kim Jong Un.

1950 – der Koreakrieg beginnt:Im Juni stoßen nordkoreanische Truppen in den Süden vor. Der Weltsicherheitsrat verurteilt – ohne die UdSSR – Pjöngjang als Aggressor und stellt UN-Friedenstruppen unter US-Kommando auf. China entsendet eine Million „Freiwillige“ zur Unterstützung Nordkoreas. Erst im Juli 1953 beendet ein Waffenstillstandsabkommen den Krieg. Einen Friedensvertrag gibt es bis heute nicht. 1972 aber erklären beide Staaten gemeinsam die Wiedervereinigung zum Ziel.

1990 – vorsichtige Annäherung: Erstmals treffen im September die Regierungschefs beider Staaten zusammen. Vier Jahre später stirbt, nach 46-jähriger Herrschaft, der Diktator Kim Il Sung. Sein Sohn Kim Jong Il wird neuer Staatsführer. 1996 schlagen Südkoreas Präsident Kim Young Sam und US-Präsident Bill Clinton Vierergespräche zwischen Nord- und Südkorea, den USA und China vor. Diese werden in New York und Genf abgehalten.

1998 – Sonnenscheinpolitik und Feuergefechte:In seiner Antrittsrede spricht der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung von Aussöhnung und wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Ziel der Wiedervereinigung („Sonnenscheinpolitik“). Wegen immer neuer Scharmützel enden Friedensverhandlungen ergebnislos. Im Jahr 2000 werden immerhin „vertrauensbildende Maßnahmen vereinbart“ und ein Verbindungsbüro eröffnet.

2002 – die Atomkrise nimmt ihren Anfang:Die USA legen Beweise für ein verdecktes Programm Nordkoreas zur Urananreicherung vor. Pjöngjang tritt im Januar 2003 aus dem Atomwaffensperrvertrag aus. Die USA, Südkorea, China, Japan und Russland verhandeln mit dem Diktator. Doch Nordkorea erklärt 2005, Atomwaffen zur Selbstverteidigung hergestellt zu haben und sich auf unbestimmte Zeit aus den Sechs-Länder-Gesprächen zurückzuziehen.

2017 – die Welt in Angst:Beim sechsten Atomwaffentest zündet Nordkorea nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe. Schon 2006, als Pjöngjang den ersten unterirdischen Atomtest startete, hatten die UN Sanktionen verhängt, die nach weiteren Tests in den Folgejahren immer wieder verschärft werden. Der Dritte in der Kim-Dynastie, Kim Jong Un, provoziert seit 2011 – und lenkt im April 2018 überraschend ein.

Von RND/dpa

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