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Deutschland / Welt Missbrauchsfälle: Kardinal Marx sieht katholische Kirche am Scheideweg
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Missbrauchsfälle: Kardinal Marx sieht katholische Kirche am Scheideweg
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18:52 24.09.2018
Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Quelle: Foto: Michal Fludrax/Imago
Fulda

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, hat die Missbrauchsstudie in Deutschland und die in vielen weiteren Ländern erhobenen Vorwürfe als „Wendepunkt für die katholische Kirche“ bezeichnet. „Viele Menschen glauben uns nicht mehr, dass wir es ernst meinen“, sagte Marx zum Auftakt der Deutschen Bischofskonferenz am Montag in Fulda. „Auch die Opfer glauben uns nicht mehr.“ Deshalb müsse es jetzt darum gehen, „Vertrauen zurückzugewinnen“.

Es waren ungewöhnlich deutliche Worte, die Marx, Erzbischof von München und Freising, zum Auftakt des viertägigen Treffens wählte. Die neue Studie zum Ausmaß des Missbrauchs in der katholischen Kirche ist das Hauptthema für die 67 Bischöfe, in Fulda wollen sie über Konsequenzen beraten. An diesem Dienstag, so hatten es die Bischöfe geplant, sollte die Studie, die eine Gruppe von Wissenschaftlern im Auftrag der Bischofskonferenz erstellt hatte, erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Zentrale Ergebnisse waren aber bereits zuvor durchgesickert. Demnach wurden von 1946 bis 2014 in Deutschland 3677 Kinder und Jugendliche von insgesamt 1670 katholischen Geistlichen sexuell missbraucht. Die tatsächliche Zahl dürfte noch höher sein, da viele Taten auch nach Marx‘ Worten nicht in die Akten gelangten, auch sind offenbar Akten vernichtet worden.

Marx verteidigte die Studie dennoch gegen Kritik. Sie sei „empirisch gut fundiert“, betonte er. Jetzt gehe es darum, „hinzuhören, zu verstehen und Konsequenzen zu ziehen“. Nötig seien sowohl eine verbesserte Prävention als auch Untersuchungen zu der Frage, „wer für was verantwortlich ist“. Gerade dies wäre ein sehr weitreichender und unter den Bischöfen wohl umstrittener Schritt. Die Studie nennt keine Namen. Sowohl der Sprecher der Betroffenen-Organisation „Eckiger Tisch“, Matthias Katsch, als auch der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, fordern eine Aufarbeitung der Missbrauchsfälle durch eine staatliche Stelle.

Von Thorsten Fuchs/RND

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