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Deutschland / Welt Mindestens acht Tote bei Unabhängigkeitsprotesten
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Mindestens acht Tote bei Unabhängigkeitsprotesten
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14:27 02.10.2017
Demonstranten protestierten Ende September in New York gegen die Unterdrückungspolitik des Präsidenten Paul Biya, der bei der UN-Generalversammlung sprach. Quelle: AP
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Jaunde

Bei fünf der acht Toten soll es sich nach Berichten des englischen Senders BBC um Häftlinge handeln, die nach einem Brand des Gefängnisses von Soldaten erschossen wurden. Ein weiterer Mann wurde demnach in der Stadt Kumbo erschossen, als er eine Unabhängigkeitsflagge hisste.

Amnesty International forderte am Montag ein sofortiges Ende der Gewalt. Die Lage in dem zentralafrikanischen Staat ist unübersichtlich, auch weil die Medienlandschaft in Kamerun weitestgehend nicht unabhängig arbeitet. Dem französischen Rundfunksender RFI zufolge hatten seit Samstag Hunderte vor allem jugendliche Demonstranten in den Städten des ehemals britischen Region Kameruns demonstriert. Die seit Monaten anhaltenden Proteste waren am Wochenende eskaliert. So hätten gut 700 Protestierende Regierungsgebäude und Polizeistationen in Ekok an der Grenze zu Nigeria gestürmt, berichtete der Sender Voice of America.

„Ambazonien“ soll mit dem Südosten Nigerias vereint werden

Die Separatisten, die die Gründung des Staats „Ambazonien“ und eine Vereinigung mit dem Südosten Nigerias fordern, haben breite Unterstützung in der Region. Das liegt auch an der Politik der autoritären Regierung von Präsident Paul Biya, der seit 35 Jahren im Amt ist. Die Englisch sprechenden Kameruner werfen Biya vor, ihren Landesteil bewusst zu vernachlässigen. Armee und Behörden waren schon in den vergangenen Wochen massiv gegen die Protestierenden vorgegangen und hatten zeitweise das Internet im ganzen Landesteil abgestellt.

Kamerun war ab dem Jahre 1884 eine deutsche Kolonie, wurde jedoch nach dem Ersten Weltkrieg zwischen Briten und Franzosen aufgeteilt. 1961 wurden die beiden Landesteile wieder vereint - was sich am Sonntag zum 56. Mal jährte. Etwa ein Fünftel der 23 Millionen Kameruner soll im anglophonen Teil des Landes leben.

Von RND/epd

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