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Deutschland / Welt Angela Merkel in Afrika – Fluchtursachen im Fokus
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Angela Merkel in Afrika – Fluchtursachen im Fokus
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19:28 29.08.2018
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat wichtige Gespräche in Afrika vor sich. Quelle: Marko Erd/dpa
Dakar

An der Westspitze Afrikas ist die Bundeskanzlerin ein gern gesehener Gast. Der rote Teppich ist am Mittwochabend auf dem Rollfeld des Flughafens in Dakar ausgerollt, das senegalesische Militärorchester spielt, der Präsident Macky Sall schreitet bedächtig hinter Angela Merkel den vorgesehenen Weg ab. So hochkarätigen Besuch gibt es in diesem Winkel der Welt auch nicht jeden Tag.

Doch Angela Merkel ist in dieser Woche nicht zur Vergewisserung ihrer eigenen Bedeutung nach Afrika gereist. Sie hat eine Mission. Die große politische Herausforderung dieser Zeit, die Zuwanderung, muss gelöst werden – und das am besten schon, bevor die Flüchtlinge an den Grenzen der europäischen Union stehen. In den drei westafrikanischen Ländern Senegal, Ghana und Nigeria will die Kanzlerin bis Freitagabend deswegen das tun, wovon die Bundesregierung schon lange redet: die Ursachen von Flucht bekämpfen, vor Ort.

Begrenzte Möglichkeiten der legalen Migration

Dabei haben Kanzlerin und ihre Delegation vor allem zwei Werkzeuge mitgebracht: es soll mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Afrika vorangehen, alleine deshalb ist auch eine zehnköpfige Wirtschaftsdelegation mit der Kanzlerin auf den Kontinent geflogen, darunter auch Siemens-Boss Joe Kaeser. Zudem sollen die Bevölkerungen in den Ländern aber auch davon überzeugt werden, dass sich die Flucht nach Europa auf illegalem Weg nicht lohnt. Illegale Einwanderung nach Europa verhindern wir, dafür gibt es begrenzte legale Möglichkeiten der Migration – diese Botschaft will die Kanzlerin in Westafrika aussenden.

Dabei ist die Anzahl von Flüchtlingen, die momentan aus vielen Ländern Afrikas nach Deutschland kommen, im Vergleich zu Krisengebieten wie dem Irak, Syrien oder Afghanistan überschaubar. Aus dem Senegal etwa stammen aktuell rund 1300 in Deutschland abgelehnte Asylbewerber, aus Ghana 4200 Menschen. Beide Länder sind als sichere Herkunftsstaaten eingestuft – die Perspektiven der Flüchtlinge auf eine Anerkennung sind daher äußerst gering. Doch auch hier will Merkel auf ihrer Reise über eine mögliche Regelung der Einwanderung verhandeln – schließlich gilt es als ausgemacht, dass die Anzahl der aus Afrika flüchtenden Menschen in den kommenden Jahren eher steigen dürfte.

Sorgenkind Nigeria

Anders ist schon jetzt die Situation in Nigeria. Mit 200 Millionen Menschen ist das Land das einwohnerstärkste des gesamten Kontinents. Tendenz: steigend. Der Norden Nigerias wird durch den Terror von Boko Haram destabilisiert, im Süden kämpfen einzelne Gruppen um die Vorherrschaft über die Rohstoffe. Die meisten Flüchtlinge der Region versuchen ihr Glück auf der zentralen Mittelmeerroute nach Europa – doch wie bei Ghana und Senegal gilt auch für viele der nigerianischen Flüchtlinge: In Deutschland droht die Abschiebung. Gerade rund 15 Prozent werden anerkannt. Fast 30.000 Nigerianer warten in Deutschland auf ihre Abschiebung.

Der Wunsch vieler Afrikaner nach einem Leben in Europa ist ungebrochen. Umso wichtiger ist es der Kanzlerin auf der Reise in den Westen des Kontinents, neue Perspektiven aufzeigen zu können. Die mitreisenden Unternehmer sollen möglichst direkt die Möglichkeit haben, in den Ländern zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen – und die Merkel selbst will mittelfristig mehr jungen Afrikanern eine Ausbildung in Deutschland ermöglichen, um mehr Perspektiven für die neue Generation von Afrikanern zu bieten.

Aber am Ende geht es natürlich nicht nur um Afrika, sondern auch um die Kanzlerin selbst. Im 13. Jahr an der Regierungsspitze ist die Einwanderungspolitik die Achillesferse Merkels geworden. In Union und Opposition wird Merkel daran gemessen, ob sie dieses Politikfeld in den Griff bekommt. Merkel beantwortet die vielen Fragen auf ihre Weise. Ohne große Worte, dafür mit vielen zähen Verhandlungen vor Ort. In Westafrika dürften bis Freitag wieder einige dieser Runden anstehen.

Von Gordon Repinski/RND

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