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17:10 20.09.2017
Muss den Brexit-Hardlinern standhalten: Großbritanniens Premierministerin Theresa May. Quelle: imago
London

Es handelt sich zwar um Spekulationen. Aber dass Premierministerin Theresa May am Freitag einen Schritt auf Brüssel zugehen und ihren Willen zur Begleichung finanzieller Forderungen ausdrücken wird, davon darf ausgegangen werden. Alles andere wäre eine Blamage und davon erlebte das Königreich hinsichtlich der EU-Austritts-Verhandlungen in den vergangenen Monaten wahrlich genug.

May also will London aus der Brexit-Sackgasse herausführen mit einem Angebot, das die „Financial Times“ auf 20 Milliarden Euro beziffert. Für die Brüsseler Seite wird das natürlich und zu Recht lächerlich klingen. Die Summe ist keineswegs ausreichend, um gemeinsam eingegangenen EU-Verpflichtungen nachzukommen.

Aber solch ein Vorschlag relativiert sich mit Blick auf den bevorstehenden Parteitag der Tories zu einem rhetorischen Säbelrasseln. Die von den konservativen Brexit-Hardlinern unter Druck stehende Regierungschefin kann es sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht erlauben, zu große Versprechen zu geben, sonst dürfte dies ihr letzter Parteitag als Vorsitzende werden.

Gleichwohl muss sie endlich den 27 Mitgliedstaaten entgegenkommen, die darauf pochen, unter anderem erst die umstrittene Schlussrechnung zu klären, bevor es um künftige Handelsbeziehungen mit der EU gehen kann. Aus Brüssel waren – zwar nicht offiziell, aber hinter vorgehaltener Hand – Forderungen in Höhe von bis zu 100 Milliarden zu vernehmen.

Diese Summe dürfte genauso zu hoch sein wie Mays Angebot zu niedrig ist. Ein bisschen erinnert das Spielchen an die Feilscherei auf einem nordafrikanischen Basar, wo der Verkäufer einen überzogenen Preis angibt und der Kunde mit einer weit unter Wert liegenden Summe kontert. Am Ende trifft man sich in der Mitte. So zeichnet sich das auch bei den Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU ab.

Wichtig ist derzeit allein, dass May überhaupt einmal die Bereitschaft zur Zahlung äußert und den Ball ins Rollen bringt. Zu viel Zeit wurde bereits vergeudet über das leidliche Thema Geld, das zwar politische Sprengkraft besitzt, aber am Ende das kleinste Problem der Briten darstellt. Was sind schon 40, 50 oder 60 Milliarden Euro verteilt auf mehrere Jahre, wenn Großbritannien dafür als verlässlicher Partner geschätzt wird, der weiterhin gute politische und wirtschaftliche Beziehungen zum Kontinent hält? Die britische Regierung sollte beginnen, langfristig zu planen und das Land sowie dessen Wohlstand in den Fokus zu rücken, anstatt sich in ihrer parteiinternen Nabelschau auf Kosten der Bevölkerung zu verrennen.

Von Katrin Pribyl/RND

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