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Deutschland / Welt May und Corbyn bei TV-Duell in der Kritik
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09:48 30.05.2017
Großbritanniens amtierende Premierministerin Theresa May. Quelle: ap
London

Rund eine Woche vor der Parlamentswahl in Großbritannien haben Premierministerin Theresa May und ihr Herausforderer Jeremy Corbyn im britischen Fernsehen um Wählerstimmen gekämpft. Die Politiker beantworteten am Montagabend Fragen von Moderator Jeremy Paxman und Zuschauern im Studio, traten aber nicht direkt in einer Debatte an. Vor allem May bekam viel Kritik vom Studiopublikum für die Politik der Regierung zu hören.

Die amtierende Premierministerin betonte mehrmals, dass sie versuche, das beste Abkommen für Großbritannien bei den Austrittsverhandlungen mit der Europäischen Union zu erzielen. Sie werde bei den Verhandlungen zäh bleiben, sollte ihre Partei gewinnen, so May. Es sei der richtige Weg, aus dem Brexit einen Erfolg für Großbritannien zu machen, erklärte May.

Mit ihr werde es beim EU-Austritt keine Einigung „um jeden Preis“ geben. Wichtig sei, die Kontrolle über die Einwanderung zurückzugewinnen. Wie das Verhältnis zur Europäischen Union aussehen möge, falls es zu einem Brexit ohne vorherige Einigung über dessen genaue Bedingungen kommt, sagte sie nicht.

Publikum kritisiert May für Kürzungen

Moderator Paxman versuchte, sie zu einer Aussage zu bewegen, ob sie den Brexit immer noch für eine gute Idee halte. May wiederholte jedoch nur, die britischen Wähler hätten entschieden und sie versuche nun, den bestmöglichen Ausgang zu erzielen. Paxman erklärte, aus der Sicht eines EU-Verhandlungsführers wirke May zu unentschieden.

Das Studiopublikum kritisierte May unter anderem offen für Kürzungen im Gesundheitssystem und Bildung. An einem Punkt rief ein Zuschauer, May habe ihre Aufgaben klar verfehlt. Auch Herausforderer Corbyn erhielt Kritik von Moderator Paxman und dem Publikum im Studio. Paxman kritisierte Corbyn dafür, dass er die IRA nicht brandmarke und sich mit Vertretern der Hamas getroffen habe.

Oppositionsführer Jeremy Corbyn. Quelle: AP

Paxman warf Corbyn zudem vor, vorgeschlagen zu haben, bei einem Wahlsieg die britische Monarchie abzuschaffen. Dies stehe nicht auf seiner Agenda, erklärte Corbyn. Er kämpfe für soziale Gerechtigkeit und gegen Armut, nicht für eine Änderung der Rechtslage im Bezug auf die Monarchie.

Corbyn setzte auf innenpolitische Themen wie Investitionen in Bildung, Erziehung, Gesundheitssystem und Polizei. Nach dem Anschlag in Manchester mit 22 Toten am vergangenen Montag betonte Corbyn auch die Notwendigkeit eines außenpolitischen Wandels. „Wir brauchen eine Außenpolitik weltweit, die es nicht zulässt, dass es große Gebiete ohne effektive Regierung gibt - wie etwa gegenwärtig in Libyen - die zu einem Nährboden für riesige Gefahren für uns alle werden können.“

Gewählt wird in Großbritannien am 8. Juni. Zentrale Aufgabe der neuen Regierung wird es sein, die Bedingungen für den Austritt des Landes aus der Europäischen Union mit Brüssel auszuhandeln. Nach den jüngsten Umfragen liegen die Tories mit 43 bis 46 Prozent der Stimmen noch immer deutlich vor Labour mit 32 bis 36 Prozent.

Von RND/ap/dpa