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Deutschland / Welt Mädchen und Frauen als „Menschen zweiter Klasse“?
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07:08 08.03.2018
Protestaktion zum Internationalen Frauentag vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Quelle: Christian-Ditsch.de
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Hannover

Heute ist der Internationale Frauentag. Seit mehr als 100 Jahren erinnert er daran, dass Mädchen und Frauen weltweit oft als „Menschen zweiter Klasse“ behandelt werden. Dass ihre Rechte wiederholt mit Füßen getreten werden, wird besonders bezüglich der Gewalt sichtbar. Weltweit hat rund jede Dritte physische oder sexuelle Gewalt erfahren! Die Formen der Gewalt sind dabei vielfältig: Das Spektrum reicht von Schlägen über Vergewaltigung bis hin zu Genitalverstümmelung und Kinderehen. Besonders in Entwicklungsländern sind Mädchen und Frauen von gravierenden Menschenrechtsverletzungen betroffen. So wird dort jedes siebte Mädchen vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet! Die Folgen von Gewalt sind für die Mädchen und Frauen oft dramatisch: Viele werden ungewollt schwanger und müssen Schule oder Ausbildung abbrechen, infizieren sich mit HIV, leiden an Depressionen oder begehen gar Selbstmord.

Der Internationale Frauentag erinnert nicht nur an die Missstände, sondern ruft zugleich zum Handeln auf. Um gegen die verbreitete Gewalt gegen Mädchen und Frauen anzugehen, muss man bei den zugrundeliegenden Ursachen ansetzen: der mangelnden Gleichberechtigung und der Akzeptanz von Gewalt. Was ist zu tun? Um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, brauchen Mädchen und Frauen vor allem eine bessere Bildung, und sie müssen über ihre Rechte aufgeklärt und ermutigt werden, um diese auch einfordern zu können. Zudem muss rigoroser gegen Täter vorgegangen, intensivere Gewaltprävention betrieben und Praktiken wie Genitalverstümmelung und Kinderehen abgeschafft werden.

Mädchen und Frauen dürfen weltweit nicht länger als „Menschen zweiter Klasse“ betrachtet werden. Es wird höchste Zeit zu handeln! Das sollte spätestens in Zeiten von #MeToo mehr als klar sein.

Renate Bähr ist Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung

Von Renate Bähr

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