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Deutschland / Welt Keiner geht ans Telefon – Regierung räumt Pannen bei Seenotrettung ein
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15:42 27.02.2019
Die Seenotrettung im libyschen Mittelmeer. (Symbolbild) Quelle: Chris Grodotzki/dpa
Berlin

Die libyschen Küstenwache, die im Auftrag der EU Migranten retten und abfangen soll, kämpft offenbar mit massiven Problemen. Wie die „Zeit“ berichtet, soll es bei der Seenotrettung immer wieder zu erheblichen Pannen kommen. Das entnehme die Wochenzeitung aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei.

Ihr seien „Berichte über Schwierigkeiten bei der elektronischen oder telefonischen Erreichbarkeit (...) der libyschen Küstenwache bekannt“, heißt es in der Antwort. Die Leitstelle in Tripolis befinde sich „noch im Aufbau“.

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Zuvor hatten bereits Hilfsorganisationen Alarm geschlagen: Die EU habe zwar mehr als 300 libysche Küstenwächter geschult und ausgerüstet – ans Telefon gehe trotzdem selten jemand.

Richtlinien schreiben Erreichbarkeit und Sprachkenntnisse vor

Seit Sommer vergangenen Jahres liegt das Kommando für die Rettungseinsätze im libyschen Mittelmeer bei Libyen. Gordon Isler, Vorstand der deutschen Seenotrettungsorganisation Sea-Eye, sagte im Gespräch mit der „Zeit“: „Wir haben mittlerweile sieben verschiedene Notrufnummern von der Leitstelle in Tripolis. Aber wir erreichen dort fast nie jemanden.“

Auch andere Rettungsorganisationen kritisieren die Organisation der Küstenwache: Wenn jemand ans Telefon ginge, spreche der oft nut arabisch.

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Die Kritik ist nicht ganz unberechtigt: Die Richtlinien der Küstenwache schreiben vor, dass das Personal rund um die Uhr telefonisch erreichbar sein muss – und immer jemand vor Ort sein soll, der Englisch spricht.

Ursprünglich waren regelmäßige Kontrollen der libyschein Leitstelle vorgesehen, seit Mai 2018 wurden diese allerdings ausgesetzt. Die Bundesregierung schlägt in ihrer Antwort nun vor, „im Rahmen der weiteren Ausbildungsmaßnahmen entsprechende Sprachschulungen zu intensivieren“.

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Von RND/lf

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