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Deutschland / Welt Lehrer wollen „Kita-Pflicht“ für Kinder aus bildungsfernen Familien
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16:58 23.10.2018
Der Lehrerverband fordert eine „Kita-Pflicht“ für gewisse Bevölkerungsgruppen. Quelle: dpa
Osnabrück

Der Deutsche Lehrerverband fordert eine „Kita-Pflicht“ für Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Angesichts der nach wie vor deutlich geringeren Bildungschancen dieser Kinder sei ein „nationaler Kraftakt“ nötig, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Zudem sollten die Kindertagesstätten für diese Familien überall kostenfrei sein. Auch flächendeckende Sprachstandstests und bezahlte Förderprojekte vor allem für Kinder aus Migrantenfamilien seien nötig.

Zudem dürfe der Staat nicht länger wegschauen, wenn bildungsorientierte Eltern ihre Kinder an wohnortfernen Schulen unterbrächten, um dem hohen Migrantenanteil an der für sie zuständigen Schule zu entgehen, sagte Meidinger: „Die tolerierte Flucht der Eltern führt zur totalen Segregation.“ Der Verbandschef forderte Politik und Behörden auf, genauer hinzuschauen, wenn Eltern etwa mit Briefkasten-Adressen oder den Wohnorten von Großeltern tricksten, um ihre Kinder an einer bestimmten Schule unterzubringen. Stattdessen müsse der Staat an Brennpunktschulen für eine bessere Ausstattung, kleinere Klassen und hoch motivierte Lehrer sorgen.

Einer neuen OECD-Studie zufolge haben Schüler aus bildungsfernen Schichten in Deutschland nach wie vor deutlich geringere Bildungschancen als Akademiker-Kinder. „Das ist ein dauerhaft nicht hinnehmbarer Zustand“, sagte Meidinger und ergänzte: „Ich fürchte, dass es angesichts von Zuwanderung, Lehrermangel und schlecht ausgestatteten Schulen schon weitere Rückschritte gegeben hat, die in der Studie noch nicht auftauchen.“

Von RND/dpa