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Deutschland / Welt Krisengipfel zum Schulschiff Gorch Fock
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Krisengipfel zum Schulschiff Gorch Fock
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07:23 20.12.2018
Stolz, wenn sie segelt: Das Schulschiff der Marine, die Gorch Fock, steht wegen hoher Reparaturkosten in der Kritik. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Berlin

Der Festakt für die 60-Jahr-Feier in dieser Woche ist abgesagt worden: Die Jubilarin macht schließlich Probleme. Die Gorch Fock, das Schulsegelschiff der Bundeswehr, liegt seit zwei Jahren auf dem Trockenen. Der Reparaturbedarf ist größer als erwartet, die Kosten dafür sind explodiert – von erwarteten zehn auf 135 Millionen Euro. Nun kommt auch noch ein Korruptionsverdacht hinzu: Ein Mitarbeiter des Marinearsenals Wilhelmshaven soll vergünstigte Darlehen mindestens von einem großen Auftragnehmer erhalten haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Schon wird das Abwracken gefordert

Problemschiff statt Schulschiff also und statt Jubelfeier mit selbst gebackenen Keksen der Soldaten gibt es an diesem Donnerstag ein Krisengespräch. Dazu trifft sich Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit Marine-Inspekteur Andreas Krause. Die Grünen haben angeregt, über ein Ende für die Gorch Fock nachzudenken. Der Bund der Steuerzahler ist sehr viel entschlossener und fordert: Abwracken.

Die Bundeswehr möchte das Schiff behalten

Solche Botschaften für die traditionsbewusste Marine soll es allerdings nicht, zumindest nicht so kurz vor Weihnachten. „Es geht in keiner Form darum, das Projekt stillzulegen“, sagt ein Ministeriumssprecher. Vielmehr wolle man sich eine Übersicht über die Stand der Dinge verschaffen, also darüber „welche Arbeiten getan sind und welche Arbeiten noch nicht getan sind“. In der Bundeswehr ist man entsetzt über die Kostensteigerungen, will aber das Schiff gerne behalten, auf dem auf dem Offiziere und Unteroffiziere geschult werden – wenn es gerade seetüchtig ist. 1958 ist der Dreimaster vom Stapel gelaufen, immer wieder finden die Lehrgänge auf Ersatzschiffen statt, weil gerade Reparaturen fällig sind. Zurzeit ist der Ersatz ein rumänischer Dreimaster. Auch nach dem Tod der Kadettin Jenny Böken 2008 wurde die Gorch Fock wegen Ermittlungen eine Weile aus dem Verkehr gezogen.

Von der Leyen: „Große Tradition“

Von der Leyen – in der Bundeswehr seit ihren Einlassungen zum fehlenden Geschichtsbewusstsein der Truppe ohnehin kritisch beäugt und politisch wegen der Berateraffäre unter immer größerem Druck - verbreitet Durchhalteparolen: „Die Gorch Fock steht für eine große Tradition der Marine“, erklärte die Ministerin.

Rund 750 000 Seemeilen oder 35 Erdumrundungen hat das Schiff bislang laut Bundeswehr hinter sich und dabei 400 Häfen in 60 Ländern angelaufen.

In einer Form ist das Schiff bereits außer Dienst gestellt worden: Sie war bis Anfang der 90er Jahre auf der Rückseite des Zehn-Mark-Scheins abgebildet. Der Vorläufer, die Gorch Fock I, die nach dem Zweiten Weltkrieg erst einmal vom Meeresgrund geborgen werden musste und dann als „Towarischtsch“ erst unter sowjetischer und dann unter ukrainischer Flagge segelte, steht mittlerweile als Museumsschiff in Stralsund. Heiraten ist dort möglich.

Lesen Sie auch unseren Kommentar: Die Bundeswehr kann auch ohne die Gorch Fock leben

Von Daniela Vates/RND

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