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Deutschland / Welt Konflikt zwischen Kirche und Staat spitzt sich zu
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12:54 03.01.2018
Kongolesische Sicherheitskräfte lösten die Proteste an Silvester mit massivem Gewalteinsatz auf. Quelle: AP
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Kinshasa

Am Mittwoch hat der kongolesische Kardinal Laurent Monsengwo die brutale Gewalt gegen Demonstranten am Silvestertag in der Demokratischen Republik Kongo scharf kritisiert. Nachdem die Regierung von fünf Todesopfern sprach und das Komitee katholischer Laien (CLC) zwölf Tote beklagte, nannte der oberste Geistliche des zentralafrikanischen Landes den Einsatz von Tränengas und Schlagstöcken in mehreren Kirchen während des Gottesdienstes staatliche „Barbarei“. Als Erzbischof von Kinshasa und Kardinal ist Monsengwo wichtigster katholische Würdenträger des Landes.

In seinem Gottesdienst wandte sich der 78-Jährige abermals an die kongolesische Öffentlichkeit und rief, wie bereits zum Jahresende, zu Protesten gegen Präsident Kabila auf. „Es ist Zeit, dass sich die Mittelmäßigen verziehen und dass wieder Friede und Recht in der DR Kongo regieren“, verkündete Monsengwo, ließ dabei aber offen, wen er mit der Forderung nach personellen Konsequenzen konkret meinte. Staatschef Kabila ist seit Dezember 2016 ohne Legitimation im Amt. Die Wahlen, die der Präsident angekündigt hatte, fanden jedoch nicht statt.

Internet- und SMS-Sperre, um Proteste einzudämmen

In letzter Zeit klammerte sich Kongos Regierung an die Macht und verhinderte einen Putsch mit selbiger. So ließ Präsident Kabila tagelang das Internet für Mobiltelefone und SMS-Dienste abschalten, um Proteste gegen seinen Verbleib im Präsidentenamt zu verhindern. Als die mobile Kommunikation am Dienstag wieder freigegeben wurde, quollen die sozialen Medien vor Bildern der vergangenen Tage über. Die Flut an Fotos von der Gewalt des Silvestertages sowie oft geteilte Zeichnungen über den politischen Zustand des Landes heizen den Machtkampf zwischen katholischer Kirche und Regierung weiter an. Große Popularität erlangte zuletzt eine Karikatur, die ein durchlöchertes, blutverschmiertes Kreuzes auf einer besudelten kongolesischen Flagge zeigt.

Infolge der Gewalt gegen die gläubigen Demonstranten droht Präsident Kabila sich einen mächtigen Feind zu schaffen. Der mittlerweile sehr unbeliebte Staatschef ist im tiefreligiösen Kongo nämlich zugleich Landesvater von 40 Millionen erzkatholischen Bürgern. Die Kirche verfügt im zentralafrikanischen Land über riesigen Einfluss sowie ein großes Mobilisierungspotenzial, das sich erst unlängst bei den Demonstrationen gegen das Langzeitregime im Staatssessel zeigte.

Kabila seit siebzehn Jahren im Amt

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich angesichts der gewaltsamen Auflösung von Protesten besorgt. „Der Generalsekretär fordert die Regierung und die nationalen Sicherheitskräfte zur Zurückhaltung auf“, erklärte sein Sprecher Stéphane Dujarric. Die Regierung müsse das Recht der Bürger zur freien Meinungsäußerung und zu friedlichen Proteste gewährleisten, forderte er.

Der Zusammenschluss kongolesischer Menschenrechtsorganisationen (ONGDH) sprach in einer Pressemitteilung von Hunderten Festnahmen. Sicherheitskräfte hätten sogar in mehreren Kirchen Kinshasas Tränengas eingesetzt, um Proteste zu verhindern, hieß es. Die Polizei bestätigte, dass mindestens zwei Priester festgenommen wurden.

Kabilas zweite Amtszeit endete offiziell bereits im Dezember 2016 - er weigert sich jedoch abzutreten. Der 46-Jährige ist seit Januar 2001 im Amt. Die nach einer Vermittlung der katholischen Kirche für Ende 2017 geplante Wahl wurde mit immer neuen Begründungen verschoben. Nun soll Ende 2018 gewählt werden. Die politische Instabilität befeuert indes die Konflikte im Osten und im Zentrum des zentralafrikanischen Riesenreichs.

Von RND/krö/dpa

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