Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Schwänzen, um fürs Klima zu demonstrieren? Ja, bitte!
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Schwänzen, um fürs Klima zu demonstrieren? Ja, bitte!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:25 25.01.2019
Wenn Schüler unter dem Motto „Fridays for future“ gegen die aktuelle Klimapolitik demonstrieren, sind der Gestaltungsfreiheit bei den Transparenten keine Grenzen gesetzt. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Berlin

Schuleschwänzen gegen den Klimawandel? Schüler aus ganz Deutschland bleiben am Freitag unter dem Motto „Fridays for Future“ dem Unterricht fern, um in Berlin zu demonstrieren. Ihre Botschaft an die Politik lautet: „Wir wollen, dass ihr euch stärker gegen den Klimawandel einsetzt.“

So sehr auch viele Lehrer mit dem Anliegen sympathisieren, so berechtigt ist die Frage: Dürfen die Schüler das? Könnten sie stattdessen nicht einfach in ihrer Freizeit demonstrieren?

Rein formal lässt sich das weniger leicht beantworten, als mancher denkt. Es gibt zwar einen bis heute gültigen Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) aus dem Jahr 1973. „Die Teilnahme an Demonstrationen rechtfertigt nicht das Fernbleiben vom Unterricht oder eine sonstige Beeinträchtigung des Unterrichts“, heißt es darin.

Schülerin Gretha Thunberg setzt ein Zeichen

Die Kultusministerkonferenz selbst verweist aber darauf, dass laut den Gesetzen der Länder Schüler in Ausnahmefällen eine kurzfristige Beurlaubung beantragen könnten. Dabei geht es meist um Familienangelegenheiten – grundsätzlich kann aber auch die Teilnahme an einer Demonstration der Anlass sein. Denn, so die KMK, „Schule hat auch den Auftrag Schüler zu mündigen Staatsbürgern zu erziehen“.

Bildung ist ein wertvolles Gut, das viele Mädchen und Jungen in anderen Ländern der Welt gar nicht zur Verfügung gestellt bekommen. Bildung kann bei vielem helfen – auch im Kampf gegen den Klimawandel.

Dennoch können die protestierenden Schüler gerade durch das Fernbleiben vom Unterricht einen wichtigen Punkt unterstreichen. „Warum sollte ich für eine Zukunft lernen, die es bald vielleicht gar nicht mehr gibt – wenn niemand etwas tut, um uns diese Zukunft zu retten?“ Das sind die Worte der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg, die den Regierenden bei der UN-Klimakonferenz mit einer aufrüttelnden Rede die Leviten gelesen hat. Kurz gesagt: Die Politik ist nicht nachhaltig.

Tabubruch sorgt für Aufmerksamkeit

Die demonstrierenden Schüler fragen also: Wenn die Erwachsenen ihrer Pflicht nicht nachkommen, den Planeten für die nächsten Generationen zu schützen, warum sollten die Kinder sich dann an ihre Schulpflicht halten? Sie rufen aus: Die Welt braucht mehr Ehrgeiz. Sie können sich dabei auf die Erkenntnisse zahlreicher Klimaforscher beziehen, die dringenden Handlungsbedarf sehen.

Der Tabubruch, also eben das Schwänzen des Unterrichts, lenkt höhere Aufmerksamkeit auf das Klimaschutzanliegen. Die Schüler würden sich selbst schaden, wenn sie dauerhaft nicht mehr zur Schule gingen. Aber für die gute Sache einen Tag wegzubleiben – das ist klug und richtig.

Sollten Schulleiter also ein Auge zudrücken? Das ist gar nicht notwendig. Wann immer wegen der Demonstration ein Tag wegen unentschuldigten Fehlens im Zeugnis dokumentiert wird, sollten die Schüler den Vermerk mit Stolz tragen. Zivilcourage ist wichtig, aber leider nur selten kostenlos – auch das ist eine wichtige Lektion fürs Leben.

Lesen Sie auch: Interview mit Linus Steinmetz, einer der demonstrierenden Schüler

Von Tobias Peter/RND

Der schwule brasilianische Kongressabgeordnete Jean Wyllys gibt seinen Posten auf und kehrt dem Land den Rücken. Er legte sich häufig mit Präsident Jair Bolsonaro an, der sich wiederholt schwulenfeindlich geäußert hatte. Der Einfluss des Präsidenten sei aber nicht der Grund für seine Entscheidung, so Wyllys.

25.01.2019

Die Kosten für die Reparatur des 1958 gebauten Segelschulschiffes laufen aus dem Ruder. Für den Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels ein besonders spektakuläres Beispiel in einer Reihe von Problemfällen.

25.01.2019

Kann es im Streit über einen der weltweit wichtigsten Abrüstungsverträge noch einen Ausweg geben? An diesem Freitag wollen Vertreter Russlands und der Nato noch einmal einen Versuch starten.

25.01.2019