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Deutschland / Welt Kitas im Westen besser als im Osten
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11:59 28.08.2017
Baden-Württemberg schneidet sowohl bei Kita- als auch bei Krippenkindern am besten ab. Quelle: epd
Gütersloh

Die Situation in Kitas verbessert sich: Im Durchschnitt sind mehr Betreuer für die Kinder da, als noch vor vier Jahren. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung. Demnach kümmerte sich ein Erzieher im März 2016 im Schnitt um 4,3 Krippenkinder, also um Nachwuchs unter drei Jahren. Zum Vergleich: Vier Jahre zuvor beaufsichtigte ein Mitarbeiter in der Krippe fast fünf Kinder (4,8). Eine Verbesserung gibt es auch in den Kindergärten: Dort musste ein Mitarbeiter 2016 rein rechnerisch 9,2 Kinder im Blick haben – 2012 waren es fast zehn (9,8).

In Baden-Württemberg müssen sich die Kita-Betreuer um die wenigsten Kinder kümmern. Der Betreuungsschlüssel für Kinder ab drei Jahre ist hier laut der Bertelsmann Stiftung vorbildlich. Die ostdeutschen Bundesländer schneiden am schlechtesten ab. Ein Überblick über alle 16 Bundesländer.

Es gibt dabei allerdings deutliche Unterschiede je nach Bundesland. Am besten ist die Betreuungsrelation in Baden-Württemberg. Dort kommen in der Krippe im Schnitt drei Kinder (3,0) auf einen Betreuer. Beim Schlusslicht Sachsen sind es mehr als doppelt so viele (6,5). Bei den Kindergärten schneidet erneut Baden-Württemberg gut ab – mit 7,2 Kinder auf einen Betreuer. Schlusslicht ist hier Mecklenburg-Vorpommern mit fast doppelt so vielen Kindern (13,7).

Auffällig ist: Die ostdeutschen Bundesländer schneiden schlechter ab als die westdeutschen. In den westlichen Bundesländern kommen auf eine Fachkraft durchschnittlich 3,6 Kinder unter drei Jahren sowie 8,5 Kinder über drei Jahren. In östlichen Bundesländern ist eine Betreuung für 6 Kinder unter drei Jahren und rund 12 Kinder über drei Jahren zuständig.

Allerdings sei in Ostdeutschland jedes zweite Kind unter drei Jahren (52 Prozent) in Betreuung, erklärte die Stiftung. In Westdeutschland seien es lediglich 28 Prozent. Bundesweit seien fast alle Kinder ab dem dritten Lebensjahr in Kindertagesbetreuung.

Trotz der Fortschritte erreicht den laut Bertelsmann-Stiftung für Kinder idealen Betreuungsschlüssel bislang nur Baden-Württemberg. Nach Auffassung der Experten sollte er in der Krippe bei 1:3 und im Kindergarten bei 1:7,5 liegen. Die Stiftung fordert, für einen weiteren Kita-Ausbau rund 4,9 Milliarden Euro jährlich bereitzustellen. Zudem würden 107 200 zusätzliche Fachkräfte benötigt. „Die Bildungschancen von Kindern hängen heute erheblich von ihrem Wohnort ab“, sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. Von einer raschen Befreiung der Beitragspflicht für Eltern zur Kita rät er ab: „Erst wenn die Qualität stimmt [...], können wir die Beitragsfreiheit angehen.“

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, erklärte: „Es kann nicht sein, dass es in Deutschland vom Wohnort abhängt, wie gut Kinder in einer Kita betreut werden.“ Nötig sei ein gesetzlicher Mindeststandard für ausreichendes und gut qualifiziertes Personal. Eine Erzieherin oder ein Erzieher sollte künftig höchstens drei Kinder unter drei Jahren betreuen. In höherem Alter sollten es höchstens zehn Kinder sein.

Bayerns Familienministerin Emilia Müller (CSU) hat der Bertelsmann-Stiftung eine unseriöse Arbeitsweise bei ihrem Ländermonitoring zur frühkindlichen Bildung vorgeworfen. „Das reine Aufzählen von Personalschlüsseln und die stets negative Bewertung dieser Zahlen wird der komplexen, verantwortungsvollen Aufgabe der Kinderbetreuung und dem Engagement der Betreuerinnen und Betreuer nicht gerecht“, sagte sie.

Müller reagierte damit auf das schlechte Abschneiden des Freistaats im aktuellen Ländermonitoring der Stiftung. Demnach gibt es in Bayern die größten regionalen Qualitätsunterschiede in der Kinderbetreuung. Die Autoren der Studie leiten dies an den unterdurchschnittlichen Personalschlüsseln und an der Ausbildung der Fachkräfte ab.

„Die Studie der Bertelsmann Stiftung ist sicher gut für eine Schlagzeile – für eine fachliche Beurteilung der frühkindlichen Bildung taugt sie aber nicht“, sagte Müller. Den Autoren warf sie vor, mit ihrer Studie nur schlechte Stimmung verbreiten zu wollen.

Von dpa/epd/ang/RND

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