Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Kinderschutzbund fordert Grundsicherung in Höhe von 619 Euro
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Kinderschutzbund fordert Grundsicherung in Höhe von 619 Euro
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:27 20.09.2018
Die Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes, Cordula Lasner-Tietze, fordert im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) eine stärkere Beteiligung von Jugendlichen bei politischen Entscheidungen. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Berlin

Das Motto des diesjährigen Weltkindertages lautet „Kinder brauchen Freiräume“. Die Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes, Cordula Lasner-Tietze, fordert im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) eine stärkere Beteiligung von Jugendlichen bei politischen Entscheidungen und eine Kindergrundsicherung in Höhe von 619 Euro pro Kind - unabhängig vom Einkommen der Eltern.

Im Grundgesetz tauchen Kinder immer nur im Zusammenhang mit Familien und Eltern auf, nicht jedoch für sich allein. Reicht Ihnen das?

Der Kinderschutzbund hat seit 1994 die UN-Kinderrechtskonvention in der Satzung festgeschrieben und hat sie grundsätzlich zu seiner Aufgabe gemacht. Seither kämpfen wir dafür, die Kinderrechte in das Grundgesetz fest zu verankern. Die Bundesregierung hat diese Forderung aufgegriffen und plant eine entsprechende Grundgesetzänderung. Die Zeit ist reif.

Was versprechen Sie sich davon?

2019 wird die UN-Kinderrechtskonvention 30 Jahre alt, und es ist an der Zeit, auch in der Verfassung die Kinderrechte fest zu verankern. Damit kann Deutschland zeigen, dass die Belange von Kindern und Jugendlichen auch im politischen Kontext, im sozialen Umfeld, in der Familie und in der Schule stärker gehört, wahrgenommen und auch umgesetzt werden.

Worum geht es Ihnen konkret?

Kindern muss das Grundgesetz eigenständige Rechte zubilligen - nicht mehr nur im Kontext elterlicher Erziehung. Die Rechte von Kindern auf Schutz, Förderung, auf Beteiligung und der Vorrang des Kindeswohls müssen endlich berücksichtigt werden.

Wäre mit der Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz alles gut?

Nein, wir brauchen auch gute Regelungen unterhalb des Grundgesetzes. Die Bedürfnisse von Kindern müssen stärker berücksichtigt werden, etwa in familiengerichtlichen Verfahren oder bei städteplanerischen Überlegungen.

Immer mehr Kommunen schaffen Jugendräte, die häufig aber nur beratende Funktion haben.

Wenn ein Spielplatz geplant wird, ist es wichtig, ein Jugendparlament oder einen Jugendrat einzubinden. Aber das ist noch nicht genug Beteiligung. Auch bei der Gestaltung von Schulwegen müssen sie mitreden können. Und überhaupt sollte man mal erfragen, bei welchen Themen junge Menschen Gehör finden wollen, wo sie eingebunden werden wollen. Zudem brauchen Jugendparlamente ein eigenes Budget – das würde ihre Autonomie und ihren Stellenwert steigern.

Müssen Kinder und Jugendliche also auch bei Wahlen mehr Mitsprache haben?

Wir schlagen eine Beteiligung von Kindern im Wahlrecht vor. Dass das eine Diskussion in Deutschland voraussetzt, ist natürlich klar. Wir wollen uns da zunächst nicht festlegen, ob es ein Familienwahlrecht oder eine Absenkung des Wahlalters gibt. Eines aber steht fest: Kinder und Jugendliche sind sehr wohl politisch interessiert.

Tut die Bundesregierung genug gegen Kinderarmut?

Alle Kinder brauchen gute Bildungschancen. Wenn Kinder von Klassenfahrten ausgeschlossen sind, weil die Familien die finanziellen Möglichkeiten nicht haben, ist das mehr als zu kritisieren. Im Bildungs- und Teilhabepaket gibt es die Möglichkeit, das zu beantragen. Was bedeutet das aber für die Familien? Sie müssen sich outen, Kinder werden konkret angesprochen in der Klasse. Für Kinder ist das mit Scham besetzt, wenn eine Lehrerin ein Kind in Anwesenheit von allen auf die finanzielle Lage in der Familie anspricht. Wir brauchen eine Kindergrundsicherung in Höhe von 619 Euro pro Kind - unabhängig vom Einkommen der Eltern.

Von RND/Gunnar Müller

Mit einem Maßnahmenpaket plant die Bundesregierung die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt zu entlasten. Das geht aus einer Beschlusslage für den Wohngipfel in Berlin hervor. Geplant sind Änderungen im Mietrecht sowie die Einführung einer höheren Wohnungsbauprämie.

21.09.2018
Deutschland / Welt Verunglückter Journalist im Hambacher Wald - NRW wirft Aktivisten vor, die Trauerphase auszunutzen

Statt „Hambi bleibt“-Rufen ertönt im Hambacher Wald leiser Gesang. Die Aktivisten trauern um den tödlich verunglückten Journalisten. Nordrhein-Westfalens Innenminister Reul wirft ihnen vor, das Moratorium zu nutzen, um neue Baumhäuser zu bauen.

20.09.2018

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nach dem zweitägigen EU-Gipfel in Brüssel zu den Ergebnissen geäußert. Bei der Partnerschaft mit Afrika müsse man noch lernen, wie man Entwicklungszusammenarbeit und private Investitionen mit diesen Ländern besser hinbekomme.

20.09.2018