Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Keine Indizien für organisierte Flüchtlingsprostitution
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Keine Indizien für organisierte Flüchtlingsprostitution
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:28 26.10.2017
Tatort Flüchtlingsunterkunft? Ein ZDF-Bericht erhebt schwere Vorwürfe gegen Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste.  Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

 Die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales sowie das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten haben bislang keine Hinweise auf organisierte Prostitution in Flüchtlingsunterkünften gefunden. Das teilten die Behörden auf Nachfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) mit.

„Der Verdacht wurde bisher nicht bestätigt“, so eine Sprecherin der Senatsverwaltung. Man nehme die Vorwürfe aber sehr ernst. Ermittlungsbehörden seien in Kenntnis gesetzt worden. Außerdem habe man die zuständigen Sozialarbeiter sensibilisiert und geschult, um Anzeichen für Missbrauch oder Prostitution zu erkennen und zu melden.

Einem Bericht des ZDF-Magazins „Frontal 21“ zufolge sollen Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen Flüchtlinge zur Prostitution überredet haben. Auch Minderjährige sollen darunter gewesen sein. Ein Sicherheitsbeauftragter, verantwortlich für mehrere Unterkünfte, berichtete demnach, dass es ein Zuhälter-Netzwerk in Berliner Flüchtlingsheimen gebe. Oft sei es so, dass Sicherheitsmänner den Erstkontakt in die Prostitution aufbauten. Sex mit männlichen Flüchtlingen sei besonders gefragt, so der Beauftragte.

Ein abgelehnter, 20 Jahre alter Asylbewerber sagte dem ZDF, ein Security-Mann habe ihn angesprochen, ob er Geschäfte machen wolle, „für Sex mit einer Frau kriegst du 30 Euro, vielleicht auch 40 Euro“. Dann sei es aber vor allem um Sex mit Männern gegangen. Der Afghane habe gesagt, er müsse Geld verdienen, um zu überleben. „Ich schäme mich für das, was ich tue.“

Laut RND-Information hat die Generalstaatsanwaltschaft Berlin nach Ausstrahlung des Berichtes ein eigenes Prüfverfahren in die Wege geleitet. Bislang ohne Ergebnis.

Von Andreas Niesmann / RND

Anzeige