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Deutschland / Welt Katar stellt Beziehungen zum Iran wieder her
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Katar stellt Beziehungen zum Iran wieder her
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17:21 24.08.2017
Katars Hauptstadt Doha unterhält nun wieder diplomatische Beziehungen nach Teheran. Quelle: AP
Doha

Bei der Bekanntgabe der Entscheidung am Donnerstag erwähnte die Regierung des Golfemirats die Spannungen mit Bahrain, Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht. Die sunnitischen Staaten hatten Katar im Juni isoliert, weil es ihrer Ansicht nach den Terrorismus in der Region fördert. Außerdem missfielen ihnen die engen Verbindungen Katars zum schiitischen Iran.

Das katarische Außenministerium gab am Donnerstag bekannt, dass der Botschafter des Landes nach Teheran zurückkehren werde. Katar hatte den Botschafter Anfang 2016 aus Solidarität mit Saudi-Arabien abberufen. Nach der Hinrichtung eines prominenten schiitischen Predigers in Saudi-Arabien war es damals zu Angriffen auf zwei saudische Vertretungen im Iran gekommen.

Katar habe zum Ausdruck gebracht, dass es die bilateralen Beziehungen zum Iran „in allen Bereichen“ stärken wolle, teilte das Außenministerium nun mit. Der Iran begrüßte die Entscheidung.

Katars Gegner legten eine Liste mit 13 Forderungen vor

Im Konflikt mit Bahrain, Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten könnten sich aber die Spannungen wieder verschärfen. Der hatte nach der Sperrung der Grenzen im Juni weitergeschwelt, Katar rettete sich aber mit Warenlieferungen aus dem Iran und der Türkei über den Lieferengpass aus den Nachbarländern. Eine Liste mit 13 Forderungen der vier Staaten ignorierte Katar. Zu diesen gehörte auch eine Schließung der diplomatischen Vertretungen im Iran.

Die Entscheidung zur Wiedereröffnung der Botschaft fiel nur wenige Tage nach einem Treffen des saudischen Kronprinzen Mohammed mit Scheich Abdullah al-Thani. Dessen Zweig der Königsfamilie hatte Katar bis zu einer Palastrevolte 1972 regiert. Das Treffen hatte Spekulationen geschürt, dass Saudi-Arabien eine katarische Exil-Regierung aufbauen will. Kristian Coates Ulrichsen von der Rice University sagte aber, er glaube, die Saudis wollten damit nur gegen Katar sticheln.

Nach dem Treffen mit Scheich Abdullah vergangene Woche hatte das saudische Königshaus angekündigt, Katarer für die jährliche muslimische Pilgerfahrt Hadsch kommende Woche wieder ins Land zu lassen. Auch aus dem Iran kamen im Vorfeld des Hadsch positive Signale gegenüber dem Erzfeind Saudi-Arabien. Außenminister Mohammed Dschwad Sarif sagte nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Isna, dass sowohl iranische als auch saudische Diplomaten Visa erhalten hätten, um ihre Botschaften im jeweils anderen Land zu besuchen. Die Reisen sollen vermutlich nach dem Hadsch stattfinden. Dieser führt jedes Jahr Million Pilger, unter anderem auch aus dem Iran und Katar, nach Saudi-Arabien.

Von ap/RND