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Deutschland / Welt Kalte Progression kostet Steuerzahler Milliarden
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Kalte Progression kostet Steuerzahler Milliarden
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05:00 24.10.2018
Das Bundesfinanzministerium in Berlin hat den Effekt der sogenannten kalten Progression ausgerechnet Quelle: Ole Spata/dpa
Berlin

Die Steuerzahler werden in diesem Jahr durch die kalte Progression mit 3,3 Milliarden Euro belastet. Das ergibt sich aus dem Entwurf des Bundesfinanzministeriums für den „Dritten Steuerprogressionsbericht“, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Betroffen sind danach rund 32 Millionen Steuerpflichtige mit einer durchschnittlichen Mehrbelastung von 104 Euro im Jahr. 2019 steigt der Effekt dann um weitere 3,8 Milliarden Euro.

Das Problem der kalten Progression entsteht, wenn Einkommens- und Lohnerhöhungen nur die Inflation, also die Teuerung von Produkten, ausgleichen. Damit steigt die Kaufkraft kaum. Durch den Tarifverlauf bei der Einkommensteuer müssen aber dennoch mehr Steuern an den Fiskus gezahlt werden. Deshalb wird auch von einer verdeckten oder heimlichen Steuererhöhung gesprochen.

Steuerzahler bekommen sogar etwas mehr Geld zurück

Die Bundesregierung hat allerdings bereits beschlossen, die Folgen der kalten Progression durch eine Tarifänderung in den Jahren 2019 und 2020 wieder zu kompensieren. Durch das Familienentlastungsgesetz bekommen die Steuerzahler sogar etwas mehr Geld zurück, als eigentlich notwendig gewesen wäre: Bei der Formulierung des Gesetzentwurfs im Sommer war das Finanzministerium noch von höheren Inflationsraten ausgegangen.

Die Prognosen wurden inzwischen nach unten revidiert. Damit werde der Effekt der kalten Progression durch das Familienentlastungsgesetz „leicht überkompensiert“, heißt es in dem Progressionsbericht. Das Gesetz sieht vor, die Steuerzahler insgesamt um fast zehn Milliarden Euro jährlich zu entlasten. Geplant ist unter anderem auch eine Erhöhung des Kindergeldes. 

Von Timot Szent-Ivanyi/RND

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