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Deutschland / Welt Kabinett bringt „Gute-Kita-Gesetz“ auf den Weg
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15:53 19.09.2018
Das Kabinett unterstützt mit dem „Gute-Kita-Gesetz“ die Qualität in Kindertagesstätten. Quelle: Christian Neffe
Berlin

Deutschlands Kitas sollen mit dem neuen „Gute-Kita-Gesetz“ besser werden und einigen Eltern keine Gebühren mehr kosten. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) nannte nach dem Beschluss des Gesetzentwurfs im Bundeskabinett als Ziele: „Gute Betreuungsschlüssel, vielfältige pädagogische Angebote, qualifizierte Fachkräfte, weniger Hürden auch für Familien mit kleinem Einkommen.“ Vom Bund sollen dafür bis 2022 5,5 Milliarden Euro an die Länder fließen, los geht es mit 500 Millionen in 2019.

Eingeführt werden soll eine bundesweit verpflichtende soziale Staffelung der Elternbeiträge. Dadurch sollen vor allem einkommensschwache Familien von den Kita-Gebühren befreit werden. Neben Hartz-IV-Empfänger sollen künftig auch Bezieher von Wohngeld und Kinderzuschlag befreit werden. Wer durch Arbeit nur ein geringes Einkommen erziele und Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehe, dürfe nicht mit hohen Kita-Gebühren belastet werden, sagte Giffey.

Heute tragen Länder und Kommunen von den Gesamtausgaben für die Kindertagesbetreuung von rund 30 Milliarden Euro den Löwenanteil. Jedes Bundesland soll nun individuell bei der Weiterentwicklung der Qualität der Kinderbetreuung unterstützt werden. Giffeys Ministerium will dafür mit den Ländern einzelne Verträge schließen. Giffey nannte als Beispiele: „Ein Land mag sich auf eine Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels konzentrieren.“ Ein anderes Land setze auf längere Öffnungszeiten. Eine Verpflichtung für die Länder, neue Maßnahmen mitzufinanzieren, ist nicht vorgesehen. Das Gesetz soll zu Beginn des kommenden Jahres in Kraft treten.

Faktor Sauberkeit, Pädagogische Arbeit und Erzieher pro Kind

Eine Gute Kita ist das Ziel – aber was zeichnet eigentlich eine gute Kindertagesstätte aus? Die Antwort ist facettenreich, weil sich die Qualität in verschiedenen Bereichen zeigt. Ein kurzer Überblick:

Pädagogische Arbeit: Sie ist aus Sicht von Pädagoge Martin R. Textor aus Würzburg die wichtigste Komponente. Von außen ist sie für Eltern nicht einfach zu beurteilen. Wichtig sei, dass Erzieherinnen und Erzieher Kinder als Persönlichkeit wahrnehmen und individuell auf deren Bedürfnisse sowie Fragen eingehen. Auch die pädagogische Arbeit sollte auf die Kinder abgestimmt sein. Bei Gruppen mit großer Altersmischung (ein bis sechs Jahre) sei es etwa wichtig, dass in Kleingruppen gearbeitet wird. „Sonst werden die Älteren unter- oder die Jüngsten überfordert.“

Rückzugsorte und Platz zum Toben: Ein großer Garten ist für Kindergartenkinder ideal. „Das Austoben ist für die grobmotorische Entwicklung wichtig“, sagt Textor. Allerdings ist gerade in Städten der Platz oft begrenzt. Dann sollten die Kitagruppen aber zumindest immer mal auf nahe Spielplätze gehen. Gut ist, wenn es Mehrzweckräume gibt, damit auch bei schlechtem Wetter geturnt werden kann. Empfehlenswert sind gemeinsame Spielbereiche, aber auch Rückzugsorte, wo Kinder in Ruhe ein Buch anschauen oder eine CD hören können.

Faktor Sauberkeit: Im Sanitärbereich und in der Küche sollte Hygiene groß geschrieben werden. Ansonsten sollte Ordnung aus Sicht des Experten Teil der pädagogischen Arbeit sein. Wer sich Spielzeug nimmt, sollte es wieder wegräumen, bevor man sich etwas Neues greift.

Erzieher pro Kind: Der Personalschlüssel ist je nach Bundesland und auch von Kreis zu Kreis unterschiedlich. Er hängt außerdem von der Altersmischung ab. Doch bildet die Zahl auf dem Papier nicht immer die Wirklichkeit ab. Krankheitszeiten, Urlaub, Fortbildungen, Elterngespräche, Verwaltungsaufgaben fallen bei der Arbeitszeit der Erzieherinnen und Erzieher mit hinein. Das werde bei dem Schlüssel alles nicht berücksichtigt, so Textor. Allgemein gilt: Bei Ein- bis Drei-Jährigen in der Krippe sind weniger Kinder in einer Gruppe, und ein Erzieher hat sich um weniger Kinder zu kümmern. Bei den Älteren wachsen Gruppengröße und Personalschlüssel.

Von RND/dpa/lf

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