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Deutschland / Welt Journalist wird vor laufenden Kameras abgeführt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Journalist wird vor laufenden Kameras abgeführt
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14:47 28.09.2018
Der Journalist Ertugrul Yigit trug bei der gemeinsamen Pressekonferenz von Merkel und Erdogan ein T-Shirt mit der Aufschrift "Pressefreiheit für Journalisten in der Türkei". Quelle: Michael Kappeler/dpa
Berlin

Bei der Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Ein Mann wurde im Kanzleramt in Berlin vor laufenden Kameras abgeführt. Bei ihm handelt es sich um Ertugrul Yigit, einen Journalist.

Der türkische Präsident lächelte zunächst nur. Er beantwortete gerade die Frage eines Journalisten, der den Fall eines seit 13 Monaten ohne Anklageschrift inhaftierten Regierungskritiker thematisiert hatte: Enver Altayli. „Wissen Sie, was er getan hat?“, fragte Erdogan den deutschen Reporter, als sich Adil Yigit in die erste Sitzreihe begab und dem Präsidenten sein T-Shirt zeigte.

„Ich habe nichts getan“, rief Yigit

Sicherheitsleute packten ihn und führten ihn ab. „Ich habe nichts getan“, rief Yigit, der eine Akkreditierung für die Pressekonferenz trug. Augenzeugen sagten, er habe vor dem Einsatz noch ruhig fotografiert. Währenddessen blickten Erdogan und Merkel einander wortlos an, Erdogan lachte kurz auf.

Regierungssprecher Steffen Seibert äußerte sich auf Twitter zu dem Vorfall: „Wir halten es bei Pressekonferenzen im Kanzleramt wie der Deutsche Bundestag: keine Demonstrationen oder Kundgebungen politischer Anliegen. Das gilt völlig unabhängig davon, ob es sich um ein berechtigtes Anliegen handelt oder nicht.“

Yigit ist Journalist und türkischer Regierungskritiker. Er ist Chefredakteur des Internetportals Aurupa Postasi. Die genauen Hintergründe, warum die Sicherheitsmitarbeiter ihn abführten, blieben zunächst unklar.

Merkel äußerte in der Pressekonferenz auch Kritik an der Lage in der Türkei. Es gebe weiterhin „tiefgreifende Differenzen“, sagte die CDU-Politikerin. Sie nannte die Lage der Pressefreiheit und der Menschenrechte. Merkel betonte aber auch gemeinsame Interessen mit der Türkei. „Wir haben vieles, was uns eint“, sagte sie. Merkel nannte die Partnerschaft in der Nato, Fragen der Migration und den Kampf gegen Terrorismus.

. Augenzeugen sagten, Yigit habe vor dem Einsatz noch ruhig fotografiert. Quelle: Michael Kappeler/dpa

Von RND/ngo/mak

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