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Deutschland / Welt Ist die neue CIA-Direktorin eine geläuterte Geheimdienstlerin?
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22:39 17.05.2018
Der US-Senat hat der Nominierung der umstrittenen Kandidatin Gina Haspel als neuer CIA-Direktorin zugestimmt. Quelle: dpa
Washington

Mit dem Streit um die Top-Spionin kehren die Erinnerungen an die düsteren Tage wieder mit Wucht zurück. Gina Haspel zählte nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zu einem Kreis führender CIA-Leute, die frühzeitig von neuen Foltermethoden erfuhr. Bis heute ist es nicht zweifelsfrei geklärt, wie genau sie über die Verbrechen der Folterknechte im Bilde war.

Als Leiterin eines Geheimgefängnisses unweit von Bangkok war sie aber unmittelbar für den Umgang mit Terrorverdächtigen verantwortlich. Zu ihrer Zeit sollen zwei mutmaßliche Al-Qaida-Kämpfer mit dem sogenannten Waterboarding (einem brutalen simulierten Ertrinken) gequält worden sein.

Mit der Regierung Obama verstand sich Haspel bestens

Wie schwierig die Gratwanderung ist, das damalige Geschehen zu beurteilen, zeigt sich an den früheren Sicherheitsberatern der Administration von Barack Obama: Obwohl unter dem 44. Präsidenten für die Geheimdienste wieder ein striktes Folterverbot galt, soll die Kooperation des Weißen Hauses mit Haspel zu dieser Zeit außergewöhnlich gut gewesen sein.

„Sie ist ein Profi, und das wurde immer sehr geschätzt“, sagt Mark Warner. Der Senator der demokratischen Partei und frühere Gouverneur von Virginia ist als ausgewiesener Kritiker von Donald Trump bekannt. Doch in dieser Personalie stimmt der Vizechef des Geheimdienstausschusses dem heutigen Präsidenten ausdrücklich zu.

„Gina Haspel hat sich von den damaligen Methoden mehr als deutlich distanziert. Sie hat versichert, sich im Zweifelsfall jeglichen Versuchen zu widersetzen, die umstrittenen Maßnahmen wieder aufleben zu lassen.“

Gerade in jüngster Zeit habe sie als stellvertretende CIA-Direktorin, die fließend russisch und türkisch spricht, die Kongressabgeordneten mit Fachwissen und Managementqualitäten für sich gewonnen. Auch werde es hoch geschätzt, dass sie trotz ihrer steilen Karriere in den Diensten die Öffentlichkeit eher gemieden habe.

Die Kritiker fanden bei den Republikanern kein Gehör

Kann die 61-Jährige daher als geläuterter Geheimdienstprofi einen neuen Anlauf an der Spitze des Auslandsgeheimdienstes nehmen? Die Meinungen gehen weit auseinander. Fest steht: Am frühen Donnerstagabend sprachen sich 54 zu 45 Senatoren für Haspel aus - mehr als eigentlich erwartet.

Immerhin hatten zuvor die parteieigenen Kritiker John McCain und Rand Paul kräftig für Gegenwind gesorgt: Vor allem McCain, der während des Vietnamkrieges selbst fünfeinhalb Jahre als Kriegsgefangener festgehalten und schwer gefoltert wurde, sprach seinen Parteifreunden ins Gewissen: Trotz ihrer unstrittigen Qualitäten habe sie sich durch ihr früheres Verhalten disqualifiziert: „Sie hat dazu beigetragen, dass sich ein Schatten auf die Geschichte Amerikas gelegt hat.“

Von Stefan Koch/RND

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