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Deutschland / Welt ICE-Züge verpassen immer wieder Haltebahnhöfe
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17:16 23.05.2018
Ein ICE der Deutschen Bahn fährt durch den Hauptbahnhof in Wolfsburg. Im letzten Jahr verpassten Schnellzüge gleich in zwei Fällen ihren Halt in der Stadt. (Archiv). Quelle: dpa
Berlin

Im vergangenen Jahr haben in Deutschland in mehr als einem Dutzend Fälle ICE-Züge eigentlich vorgesehene Haltebahnhöfe verpasst. 2017 seien im Fernverkehr der Deutschen Bahn insgesamt 14 ICE-Durchfahrten registriert worden, heißt es in der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt.

In zwei Fällen – am 11. September und 12. November 2017 – fuhren ICE-Züge durch den Wolfsburger Hauptbahnhof, obwohl dort eigentlich ein Stopp vorgesehen war. Ansonsten gab es ungeplante Durchfahrten unter anderem in Wittenberg, Eisenach, Ingolstadt, Stendal, Erlangen, Hamburg-Harburg, Bitterfeld, Lichtenfels und Saalfeld.

Ursache sind Fehler in der Datensynchronisierung

„Pro Jahr führt die DB Fernverkehr AG knapp 500.000 Zugfahrten mit fast 3 Millionen Zughalten durch“, zitiert das Verkehrsministerium eine Stellungnahme der Bahn. „Das versehentliche Auslassen eines Halts ist dabei eine absolute Ausnahme, die mit einer Wahrscheinlichkeit von weniger als 0,01 Promille auftritt.“ Ursache sei dabei meist ein Fehler bei der Datensynchronisation des Fahrplans für den Lokführer. „Auf den Führerstand wird dann eine Fahrplanversion ohne den vorgesehenen Halt angezeigt“, heißt es in der Bahn-Stellungnahme weiter.

Unabhängig vom Fahrplan prüfe das Stellwerk, ob der Fahrweg hinter einem Bahnhof frei sei. Sollte dies nicht der Fall sein, wird der Zug automatisch am roten Signal gestoppt: „Damit ist die Betriebssicherheit auch bei einer außerplanmäßigen Durchfahrt jederzeit gewährleistet.“

FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic fordert rasche Verbesserungen im Betriebsablauf. „Diese Ausfälle sind für Betroffene nicht hinnehmbar, die Bahn muss auch hier kundenfreundlich werden“, sagte Luksic dem RND. „Die Bahn muss mehr investieren in Sachen Digitalisierung und in ihr ‚Brot-und-Butter- Geschäft‘, statt Milliarden in Prestigeobjekte zu vergraben.“

Von Rasmus Buchsteiner

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