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Deutschland / Welt Chef der SED-Opfer steht unter Druck
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13:26 11.10.2018
Der Vizepräsident des Brandenburger Landtags, Dieter Dombrowski (CDU), 2017 bei einer Gedenkveranstaltung zum Beginn des Mauerbaus. Quelle: MaurizioGambarini/dpa
Berlin

Eines lässt sich auf jeden Fall sagen: Dieter Dombrowski ist für eine Überraschung gut. Ja, er war zuletzt sogar für zwei Überraschungen gut. Der Vizepräsident des brandenburgischen Landtages und Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) steht deshalb ziemlich unter Druck.

Zunächst äußerte sich der 67-Jährige positiv über die Linkspartei. Seit dem Fall der Mauer sei viel Zeit vergangen, sagte er dem ARD-Magazin „Kontraste“. Eine „ganze Generation von Ganoven aus der SED“ gebe es nicht mehr. „Und natürlich hat sich auch die jetzige Linkspartei hineingefunden in unsere Demokratie." Wenig später hob Dombrowski im Stiftungsrat der Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen die Hand zur Ablösung des Direktors Hubertus Knabe im Zuge der Sexismus-Affäre. Manche sehen zwischen beidem einen Zusammenhang.

Die neue Offenheit gegenüber der Linken ist überraschend, weil Dombrowski im November 2009 in Häftlingskleidung im Landtag erschien, als der damalige Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) als Chef einer rot-roten Koalition vereidigt wurde. Für die SED-Opfer sei das „ein Schlag ins Gesicht", sagte er seinerzeit. Immerhin hatte Dombrowski zu DDR-Zeiten selbst aus politischen Gründen in Haft gesessen. Er bewegte sich mit seiner Kehrtwende auf der Linie des CDU-Landesvorsitzenden Ingo Senftleben, der zuvor erklärt hatte, nach der Landtagswahl 2019 auch mit der Linken sprechen zu wollen. Der UOKG-Ehrenvorsitzende Horst Schüler schrieb nun in einem Brief, so wie Dombrowski dürfe sich ein UOKG-Chef nicht über die Linke äußern.

Mit Dombrowskis Ja zu Knabes Entlassung war nicht zu rechnen, weil beide auf Außenstehende lange wie Verbündete wirkten. Insider werten das Ja als Beleg dafür, dass die Sexismus-Vorwürfe in der Summe so schwer wiegen, dass Dombrowski gar nicht anders konnte. Dem wiederum schenken nicht alle Glauben. Drei weibliche Mitglieder des Beirates von Hohenschönhausen, dem Dombrowski vorsitzt – Heidi Bohley, Freya Klier und Barbara Zehnpfennig – haben soeben ihre Ämter niedergelegt. Sie gaben zu Protokoll, kein Vertrauen mehr zu ihm zu haben.

Ein männliches Beiratsmitglied, das dem Gescholtenen eher kritisch gegenüber steht, kann sich dessen Agieren derweil durchaus erklären. Dombrowski habe am Ende wohl mehr das Wohl der Gedenkstätte im Auge als das Wohl Knabes, sagte der Mann, der ungenannt bleiben möchte, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Im Ganzen erweise sich dieser letztlich „nicht als Ideologe, sondern als Realist“.

Von Markus Decker/RND

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