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Deutschland / Welt „Hart aber Fair“: Reinigungskraft liest Politikern die Leviten
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09:23 12.02.2019
Susanne Holtkotte war am Montag bei "Hart aber fair“ zu Gast. Quelle: Screenshot ARD/ "Hart aber Fair"
Berlin

Am Anfang steht ein Lob: Die Idee der „Hart aber Fair“-Redaktion, die 48-jährige Reinigungskraft Susanne Holtkotte zum Zentrum ihrer Montagabendsendung zu machen, ging auf. In der 75-Minuten-Debatte rund um den Grundrenten-Vorschlag von Arbeits-und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) war Holtkotte mehr als das benötigte Praxisbeispiel für die Veranschaulichung des politischen Reformvorschlags. Die Arbeitnehmerin, die als Reinigungskraft in einem Krankenhaus arbeitet, bekam ausgiebig Redezeit, saß buchstäblich in der Mitte der Debatte und zog diese mit Verve immer wieder an sich.

Ihre Meinung zu ihrem aktuellen Rentenanspruch von 715 Euro? „Damit kommt keiner zurecht. Das kann doch nicht gehen.“ Die 1002 Euro, die sie mit der SPD-Grundrente bekommen würde? Das sei schon „etwas besser. Aber wenn es keine Lohnsteigerungen gibt, werden wir diese Debatte immer und immer wieder führen“.

Klar, pragmatisch und von der Politik ein wenig desillusioniert gab sich Holtkotte da in der Mitte des Talkshow-Tisches und wehrte sich sehr erfolgreich, wenn eine der beiden Tischseiten sie für ihre Zwecke vereinnahmen wollten. Dabei versuchten es beide Lager immer und immer wieder.

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Hubertus Heil warb am linken Ende des Tisches für sein Konzept, das die Lebensleistung hart arbeitender Menschen endlich wertschätze und demnach mehr sei als der reine Versuch die SPD aus dem Umfragetief zu befreien. Unterstützung bekam Heil dabei von Verena Bentele, die als SPD-Mitglied und Präsidentin des Sozialverbandes VdK ganz auf Minister-Linie war, ansonsten aber blass blieb.

Auf der anderen Seite wiederum wurde der FDP-Rentenexperte Johannes Vogel nicht müde darin, seine neue politische Lieblingsvokabel, die „Gießkanne“ zu erwähnen. Das Rentenpaket Heils nämlich sei ungenau, und verschütte Steuergelder im Überfluss ohne sie zielgenau einzusetzen.

Cicero-Chef blitzt bei Reinigungskraft ab

Um das zu verhindern, brauche es daher weiterhin die sogenannte Bedarfsprüfung für diejenigen Rentner, die unterstützt werden wollen, sagte Christoph Schwennicke. Der Chefredakteur des bürgerlich-konservativen Politmagazins Cicero saß ganz rechts am Tisch und blitzte gleich mehrmals an den schlagfertig-pragmatischen Antworten Holtkottes ab. Die Bedarfsprüfung etwa nannte die Reinigungskraft eine „Frechheit“, wenn Geringverdiener nach jahrelanger Arbeit für ihr Erspartes auch noch bestraft würden.

Und so ging es munter hin und her. Heil, Vogel und Schwennicke lieferten sich immer wieder durchaus leidenschaftliche Wortgefechte und stritten doch energisch am entscheidenden Punkt vorbei. Den wiederrum formulierte Susanne Holtkotte ganz am Ende der Sendung.

Denn all die Vorschläge brächten am Ende doch niemanden weiter, wenn wieder einmal nichts umgesetzt werde. Denn Ideen für eine Anpassung des Rentensystems gab es in den vergangenen Jahren einige – nur umgesetzt wurde keines. Und so nutzte Holtkotte die Gunst für einen Appell: Es werde immer so viel geredet, sagte die Reinigungskraft. „Aber mein Gott ist das so schwer? Können Sie denn nicht einmal an einem Strang ziehen?“ Die Frage verhallte an diesem Abend unbeantwortet.

Von Ansgar Nehls/RND

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