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Deutschland / Welt Schäuble kritisiert DFB für Özil-Affäre
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Schäuble kritisiert DFB für Özil-Affäre
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17:14 26.07.2018
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU). Quelle: dpa
Berlin

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat dem von Reinhard Grindel geführten Deutschen Fußball-Bund die Schuld für die anhaltende Özil-Debatte zugewiesen. „Ich habe bis heute nicht verstanden, weshalb man beim DFB zugelassen hat, dass aus einer so unklugen Fotoaktion eine derartige Staatsaffäre gemacht wurde. Das ist ein Jammer“, sagte Schäuble in einem Interview für die Zeitungen des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Irgendein kluger Mensch hätte das alles verhindern können und müssen. Da die Fußball-Stars alles junge Menschen sind, muss man ihnen helfen, sie führen, notfalls auch durch Kritik.“

Schäuble bedauert Rücktritt von Özil aus Nationalteam

„Als Fußball-Fan tut es mir leid, dass Özils Ära im Nationaltrikot so zu Ende gegangen ist“, meinte Schäuble. „Als Politiker bedaure ich, dass durch eine Fülle von Fehlern und Missverständnissen die Integration gelitten hat. Aber es wird sich schon wieder einrenken.“

Unter Verweis auf die Einkommenslage von Özil ergänzte Schäuble: „Wahr ist, dass mein Mitleid mit Menschen, die über ein zweistelliges Millioneneinkommen verfügen, insoweit begrenzt ist.“ Aber er frage sich, „wieso ebenfalls gut bezahlte Fußball-Manager und –Berater den Schaden nicht verhindern“.

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Mesut Özil. Quelle: dpa

Trotzdem sollte die Integrationsleistung des Fußballs nicht infrage gestellt werden. „Der Fußball hat beachtliche Integrationserfolge erst möglich gemacht. Und zwar für Menschen in allen Schichten. Integration ist eben nicht nur ein Eliteprojekt“, hob der Bundestagspräsident hervor.

Keine Kritik, weil Özil die Nationalhymne nicht mitsang

Die mit Blick auf Özil immer wieder kritisierte Tatsache, dass dieser im Nationaltrikot die Nationalhymne nicht mitgesungen habe, wies Schäuble zurück. „Zum Singen zwingen kann man sie nicht.“ Wenn sie es täten, sei das für viele Fans schön. Andere könnten das mit Begeisterung, die Franzosen, die Belgier und auch die kühlen Schweden. „Aber Gesangsproben sollten nicht zur Aufstellungsvoraussetzung für die Nationalmannschaft gemacht werden“, meinte der Bundestagspräsident.

Schäuble hält neuen Parteiflügel zur Unterstützung von Merkel „für überflüssig“

Die jüngst von CDU- und CSU-Politikern gegründete Merkel-Unterstützungsgruppe der „Union der Mitte“ hält Schäuble für überflüssig. „Es ist sicherlich gut gemeint, dass man sich zusammenschließt gegen den Anschein, als habe Angela Merkel CDU-intern nicht mehr genügend Unterstützung. Aber eine ‚Union der Mitte‘ in der Union halte ich für überflüssig, denn für mich ist die Union die Mitte.“

Angesichts der Debatte um die Flüchtlingspolitik mahnte Schäuble den Mut zum Aussprechen von Tatsachen und entschlussfreudigere Entscheidungen der Politik an. „Mut ist in der Tat in der Politik ein knappes Gut. Man muss, soweit man in der Sache kann, überzeugend führen, Lösungen anbieten und das alles auch verständlich erklären.“

Von Dieter Wonka/RND

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