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Deutschland / Welt Habeck will von Hype nichts wissen
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11:54 25.11.2018
Grünen-Chef Robert Habeck: „Erfolgreich im Team“. Quelle: dpa
Berlin

Kein Zweifel: Die Grünen können gerade machen was sie wollen, es läuft einfach für die Öko-Partei. Am Freitag wies eine aktuelle Umfrage den seit Januar amtierenden Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck als zweitbeliebtesten Politiker hinter Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) aus. Der 49-jährige verdrängte Kanzlerin Angela Merkel auf Platz drei.

Ganz neu ist eine derartige Popularität eines Spitzengrünen zwar nicht. Habecks Vorgänger Cem Özdemir hatte noch im August ähnliche Werte erzielt, obwohl er da schon eine Weile nicht mehr im Amt war. Trotzdem passt das Ranking ins Bild. Schließlich befinden sich die Grünen auf einem noch bei der Bundestagswahl kaum vorstellbaren Höhenflug. Werte über 20 Prozent sind bundesweit längst der Normalfall.

Und doch wehrte sich Habeck gegen die Umfrage und gegen den Hype um seine Person. „Die Fokussierung auf Personen ist der völlig falsche Weg “, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am Rande eines Parteitages der europäischen Grünen in Berlin und fügte hinzu : „Dass es gut läuft, liegt daran, dass wir gut im Team funktionieren.“ Dies gelte für ihn und seine Ko-Vorsitzende Annalena Baerbock ebenso wie „für die tolle Arbeit der Bundesgeschäftsstelle und der ganzen Partei“.

Das grüne Erfolgsrezept: bescheiden, ernsthaft und positiv sein

Ohnehin bedeute „diese Personen-Abfragerei eigentlich nicht die Welt, in der ich leben will“. Auf die Frage, warum die Grünen insgesamt in den Umfragen derzeit so auftrumpften, antwortete der Parteichef, der am Freitag noch schwer erkältet im Bett gelegen hatte : „Weil wir nicht darüber nachdenken , ob wir erfolgreich sein wollen, sondern einfach unser Ding machen.“

Einfach ihr Ding machten denn auch die fünf deutschen Spitzengrünen, die beim Europakongress mittags auf dem Podium saßen und vor den ausländischen Gästen notgedrungen Englisch sprachen. Neben Habeck waren dies Fraktionschef Anton Hofreiter, Vize-Parteichefin Jamila Schäfer, die Vorsitzende der Grünen Jugend, Ricarda Lang, und die schleswig-holsteinische Landtagsabgeordnete Aminata Touré. Bei der Gelegenheit benannte Habeck erneut das grüne Erfolgsrezept der letzten Zeit: bescheiden sein, ernsthaft sein, positiv sein. Und, ganz wichtig: gut kommunizieren. „ Wir müssen aufhören, immer nur über die Menschen statt mit den Menschen zu reden“, sagte er. Nötig sei, die vernachlässigte Klientel vor allem in Ostdeutschland, aber nicht nur in Ostdeutschland „aus ihrem radikalen Tunnel herauszuholen“.

Habeck hinterlässt einen ziemlich passenden Satz

Am späten Nachmittag stand die Wahl der europäischen Spitzenkandidaten ins Haus, die ohne Überraschung verlief: 54,5 Prozent der Delegierten stimmten im zweiten Wahlgang für Ska Keller. Gemeinsam mit dem Niederländer Bas Eickhout wird die 37-Jährige aus Guben in Brandenburg die grüne Europaliste bei der Europawahl im Mai anführen.

Der Wahl der favorisierten Kandidaten folgte das Übliche: Applaus, Jubel, Blumen. „Jetzt ist es Zeit, nach draußen zu gehen“, sagte Keller, die 2014 schon einmal Spitzenkandidatin gewesen und damals ein Ergebnis von 6,7 Prozent eingefahren hatten. Es gelte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gegen den grassierenden Nationalismus zu verteidigen.

Habeck hatte den Veranstaltungsort in Berlin-Mitte zu diesem Zeitpunkt schon längst verlassen. Immerhin tagte am selben Tag noch eine Landesdelegierten-Konferenz in der Hauptstadt . Allerdings hinterließ er mittags einen Satz, der die Situation ganz treffend beschreibt : „The Greens are getting strong right now.“

Die Grünen werden gerade ziemlich stark.

Von Markus Decker/RND

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