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Nach Hacker-Angriff

Google will China keine Zugeständnisse mehr machen

Google will die Internet-Suche in China keinen freiwilligen Einschränkungen mehr unterwerfen. Dies sei die Konsequenz aus einem Hacker-Angriff auf Menschenrechtler, teilte das kalifornische Unternehmen am Dienstag mit.
Google will die Internet-Suche in China nicht länger zensieren.

Google will die Internet-Suche in China nicht länger zensieren.

© ap

Die Entscheidung könnte allerdings dazu führen, dass die chinesische Google-Website und die Büros in China nunmehr geschlossen werden müssten. Gleichwohl erntete Google in der chinesischen Blogger-Szene großes Lob.

Es habe einen gezielten Angriff auf die eigene Server-Infrastruktur gegeben, erklärte Google-Justitiar David Drummond im Firmenblog. Dieser habe sich gegen die Server von mindestens 20 Unternehmen gerichtet. Bei Google sei versucht worden, den E-Mail-Dienst Gmail zu knacken und an die E-Mail-Konten chinesischer Menschenrechtler zu gelangen. Ausgangspunkt der Attacke seien Computer in China gewesen.

Bei zwei E-Mails hätten die Angreifer das Absendedatum und die Betreffzeile sehen können, nicht aber den Inhalt, erklärte das Unternehmen. Erfolgreicher seien Phishing-Attacken mit dem Ziel gewesen, die Zugangsdaten von E-Mail-Konten chinesischer Regimekritiker in den USA, Europa und China zu erhalten.

US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, die von Google geäußerten Vorwürfe seien schwerwiegend und zögen viele Fragen nach sich. Die US-Regierung bemühe sich in Peking um Aufklärung.

Blumen vor der Google-Zentrale in Peking

Menschenrechtsorganisationen begrüßten die Entscheidung von Google, die Internet-Suche in China nicht länger zu filtern. „Google hat einen mutigen und schwierigen Schritt für die Internet-Freiheit unternommen, um grundlegende Menschenrechte zu unterstützen“, sagte die Präsidentin des Zentrums für Demokratie und Technologie in Washington, Leslie Harris.

Vor der Google-Zentrale in Peking legten Besucher am Mittwoch Blumen nieder. In zahlreichen Blogs gab es zudem Appelle an das Unternehmen, seine chinesischen Nutzer nicht im Stich zu lassen. Die Entscheidung, ohne Restriktionen auf dem chinesischen Markt zu bleiben, könnte allerdings schon bald Sanktionen seitens der Behörden in Peking nach sich ziehen. Der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge will man sich um mehr Informationen von Google bemühen.

Um die Genehmigung für eine chinesische Web-Site mit der Adresse “.cn“, zu erhalten, hatte sich Google 2005 verpflichtet, für diesen Dienst Adressen aus seiner Datenbank zu entfernen, die von der Regierung als „anstößig“ betrachtet werden. Zu solchen verbotenen Themen gehören etwa Diskussionen über eine Unabhängigkeit von Taiwan oder die gewaltsame Niederschlagung der Demokratiebewegung von 1989.

China stellt wegen seiner hohen Bevölkerung die weltweit größte Population von Internet-Nutzern. Bei der Suche nach Informationen im Web hat Google in China einen Marktanteil von etwa 32 Prozent. Marktführer mit gut 60 Prozent ist der chinesische Anbieter Baidu. Google ist das einzige internationale Unternehmen, dass seine Geschäfte in China noch selbst leitet. Konkurrenten wie Yahoo und eBay haben die Verwaltung an chinesische Partnerfirmen abgetreten.

ap


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