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Deutschland / Welt Fall Khashoggi: Saudi-Arabien soll Doppelgänger nach Istanbul geschickt haben
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Fall Khashoggi: Saudi-Arabien soll Doppelgänger nach Istanbul geschickt haben
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18:04 22.10.2018
Der Sender CNN zeigt den mutmaßlichen Doppelgänger von Jamal Khashoggi. Quelle: Screenshot /CNN
Istanbul

Bei der Tötung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi ist offenbar ein Doppelgänger eingesetzt worden. Die Fernsehsender CNN und TRT berichteten am Montag, Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten einen Mann, der nach Khashoggis Verschwinden das saudi-arabische Konsulat in dessen Kleidern verlasse. Die Türkei wollte am Dienstag Details zum Schicksal Khashoggis vorlegen.

Khashoggi war zuletzt lebend gesehen worden, als er am 2. Oktober das saudi-arabische Konsulat in Istanbul betrat um Dokumente für seine geplante Hochzeit abzuholen. Saudi-Arabien räumte am Wochenende nach vielen Dementis ein, Khashoggi sei während eines „Faustkampfes“ in dem Konsulat ums Leben gekommen. 18 Verdächtige seien in Gewahrsam genommen worden. Dagegen schrieben regierungsnahe türkische Medien, der Kolumnist der „Washington Post“ sei von einem Killerkommando getötet worden. Die Leiche ist noch immer nicht aufgetaucht.

So hat sich der „Doppelgänger“ verhalten

CNN zeigte Aufnahmen des mutmaßlichen Khashogggi-Doppelgängers und zitierte türkische Behördenangaben, dass der Mann zu einem saudi-arabischen Team gehört habe, das für ein Attentat auf Khashoggi nach Istanbul geschickt worden sei. Der Doppelgänger sei über den Hinterausgang des Konsulats mit einem Komplizen nach draußen gegangen. Der Mann habe dann ein Taxi zur berühmten Sultan-Ahmed-Moschee genommen, wo er sich in einer öffentlichen Toilette Khashoggis Kleidung ausgezogen habe.

Auch der staatliche türkische Sender TRT berichtete, dass ein Mann, der in das Konsulat gegangen sei, das Gebäude in der Kleidung des Getöteten verlassen habe.

Erdogan fordert Antworten

Darüber hinaus berichtete die regierungsnahe türkische Zeitung „Yeni Safak“, ein Mann aus dem Gefolge des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman habe etwa zum Zeitpunkt von Khashoggis Verschwinden vier Mal aus dem Konsulat den Bürochef des Prinzen angerufen. Eine Quelle nannte die Zeitung nicht. Regierungsnahe Zeitungen in der Türkei haben wiederholt Informationen zum Tod Khashoggis veröffentlicht – offenbar mit Hilfe von Geheimdiensten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verlangte Aufklärung. „Warum kamen diese 15 Personen hierher? Warum wurden 18 Personen festgenommen? All dies muss in allen Details erklärt werden“, sagte er und kündigte für Dienstag eine Rede vor Mitgliedern seiner Regierungspartei an, in der er Details der türkischen Ermittlungen zu den Vorgängen im Konsulat nennen werde.

Lesen Sie hier: Der Druck auf Saudi-Arabien wächst

Das saudische Königshaus kondolierte Khashoggis Sohn. Sowohl Kronprinz Mohammed bin Salman als auch König Salman hätten Salah Khashoggi angerufen und ihr Beileid für den Tod seines Vaters bekundet, berichtete die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA. Der saudi-arabische Außenminister Adel al-Dschubeir sagte Fox News, was mit Khashoggi im Konsulat geschehen sei, sei eine „Schurkenoperation“ und ein „riesiger und schwerer Fehler“. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen.

Am Montag wurden fünf türkische Konsulatsangestellte verhört, wie türkische Medien berichteten. Insgesamt sollten 28 Mitarbeiter des saudi-arabischen Konsulats aussagen, sowohl Türken als auch Ausländer. Einige türkische Angestellte hatten bereits zuvor erklärt, dass ihnen aufgetragen worden sei, zum Zeitpunkt von Khashoggis Verschwinden nicht zur Arbeit zu erscheinen.

Indessen kündigte auch Siemens-Chef Joe Kaeser an, er werde an einer für diese Woche geplanten Investorenkonferenz in Saudi-Arabien nicht teilnehmen. Siemens sei Saudi-Arabien stets ein verlässlicher Partner gewesen. Aber jetzt muss die Wahrheit herausgefunden und der Gerechtigkeit Genüge getan werden“, schrieb Kaeser auf LinkedIn.

Von RND/dpa

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