Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Ex-Agent Skripal soll mit Strauß vergiftet worden sein
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Ex-Agent Skripal soll mit Strauß vergiftet worden sein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:27 12.03.2018
Polizisten stehen vor dem Restaurant Zizzi in Salisbury, das Ermittler auf Spuren von Nervengift untersuchen. Quelle: dpa
Salisbury/London

Die von der britischen Zeitung „Daily Mail“ zitierte Quelle aus Ermittlerkreisen wird mit der Aussage zitiert, „es geht momentan ausschließlich um die Blumen, die frischen Blumen auf dem Grab. Es sieht so aus, als ob Skripal sie dort abgelegt hätte, bevor er ins Stadtzentrum von Salisbury ging.“ Dort waren der 66-Jährige ehemalige Doppelagent, der sowohl für die Russen wie für die Briten gearbeitet hatte, und seine 33-jährige Tochter am 4. März mit schweren Vergiftungserscheinungen aufgefunden worden. Sie befinden sich weiterhin in einem kritischen Zustand.

Der Kontakt mit den Blumen und dem Mobiliar in Skripals Haus würden laut „Daily Mail“ auch erklären, wie Spuren des Giftes durch die Haut all jener aufgenommen wurden, die in dem Wohnhaus irgendwelche Oberflächen berührt hatten. Dazu gehörte auch der Polizist Nick Bailey, der nach einem Besuch in Skripals Haus erkrankte. Er könnte sich allerdings auch an dem Ort in der Innenstadt Salisburys kontaminiert haben, an den er gerufen wurde, nachdem Skripal und seine Tochter dort kollabiert waren. Bailey ist inzwischen wieder ansprechbar. In die Ermittlungen sind mittlerweile auch rund 200 britische Soldaten involviert.

Unterdessen hat die englische Gesundheitsbehörde Gäste eines Pizza-Restaurants und eines Pubs in Salisbury aufgerufen, persönliche Gegenstände zu reinigen. In beiden Lokalen seien Spuren des Nervengifts entdeckt worden, bestätigte die Chefin der Gesundheitsbehörde, Sally Davies.

Der Aufruf betreffe nur rund 500 Gäste der beiden Lokale, die sich am vergangenen Sonntagnachmittag und -abend dort aufgehalten haben. Weiterhin sei nicht von einer unmittelbaren Gesundheitsgefährdung auszugehen. Es könne aber gesundheitsschädlich sein, kontaminierten Gegenständen über einen längeren Zeitraum ausgesetzt zu sein, sagte Davies. Kleider, Handys und andere Gegenstände sollten daher gereinigt werden.

Um was für ein Gift es sich genau handelt, wollten die Behörden mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen weiterhin nicht sagen. Der Fall erinnert an den Mord an dem Ex-Agenten und Kremlkritiker Alexander Litwinenko, der 2006 in London mit radioaktivem Polonium vergiftet wurde. Die Spuren der Täter führten damals nach Moskau. Das hat zu Spekulationen geführt, der Kreml könnte erneut seine Hände im Spiel haben. Der britische Außenminister Boris Johnson kündigte eine „angemessene und robuste“ Reaktion an, sollte sich herausstellen, dass Russland hinter der Tat steckt. Moskau streitet jede Beteiligung an dem Attentat ab und klagt über antirussische Propaganda.

Von RND/dpa/dk