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Deutschland / Welt „Ein sehr guter Tag für die Bauern“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Ein sehr guter Tag für die Bauern“
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05:01 18.07.2018
„Keiner muss Angst haben“: Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes. Quelle: dpa

Herr Rukwied, Europa und Japan schließen ein Freihandelsabkommen. Ein guter Tag für die deutschen Bauern?

Ein sehr guter Tag! Japan ist ein wichtiger, ein kaufkräftiger Markt mit mehr als 120 Millionen Konsumenten. Dieser Markt steht der deutschen Landwirtschaft nun offen. Wir rechnen uns gute Chancen aus, unsere Exporte nach Japan deutlich zu erhöhen.

Die EU-Kommission rechnet in einigen Bereichen mit einem Exportplus von 180 Prozent. Teilen Sie den Optimismus?

Durchaus. Die deutsche Landwirtschaft produziert Produkte in Spitzenqualität, die die Japaner nachfragen. Außerdem freuen wir uns sehr darüber, dass Japan 200 unserer geschützten geografischen Herkunftsbezeichnungen anerkannt hat. Unsere Spezialitäten werden sich verkaufen, da bin ich sehr zuversichtlich.

Die Essgewohnheiten von Europäern und Asiaten unterscheiden sich zum Teil erheblich. Welche unserer Lebensmittel wollen Sie den Japanern denn künftig schmackhaft machen?

Große Chancen auf Exporterfolge sehen wir bei Schweinefleisch, Käse und Weinen. Aber auch in der Nische tun sich Chancen auf. Schon heute wird in Deutschland Braugerste für den japanischen Markt angebaut. Wir gehen davon aus, dass Gerstenmalz nach der Marktöffnung ein gefragtes Produkt sein wird.

Gibt es auch Nachteile? Müssen deutsche Bauern etwa die Konkurrenz ihrer Kollegen aus Fernost fürchten?

Ich denke, die deutschen Landwirte brauchen keine Angst zu haben – zumal die japanischen Bauern auf andere Produkte spezialisiert sind. Bei unseren Kollegen in Italien, die auch Reis anbauen, sieht das schon anders aus. Aber für Reis, Seealgen und Walfleisch gelten bei dem Abkommen Ausnahmen. Insofern sind auch diese Landwirte geschützt.

Was macht es mit den Preisen, wenn mehr Lebensmittel in den Export gehen?

Wenn es gut läuft, können neue Marktmöglichkeiten einen Beitrag dazu leisten, unsere Erzeugerpreise zu stabilisieren.

Die deutschen Verbraucher müssen keine Angst haben, dass sie Ihre Exporterfolge an der Supermarktkasse bezahlen werden?

Da würde ich mir keine Sorgen machen. Notfalls produzieren wir einfach mehr (lacht). Im Ernst: Man sollte nicht vergessen, dass 75 Prozent der Agrarerzeugung aus Deutschland hierzulande vermarktet werden. 20 Prozent gehen in die EU und nur 5 Prozent in den außereuropäischen Markt. Japan ist schon heute das viertwichtigste Empfängerland außerhalb Europas. Gut möglich, dass es künftig noch wichtiger wird. Aber Angst muss hier wirklich niemand haben.

Von Andreas Niesmann

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