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Deutschland / Welt Ditib organisiert Besuch bei „Heerführer“ Erdogan
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11:02 14.03.2018
Dtib-Anhänger in Köln schwenken Fahnen und ein Porträt des türkischen Staatspräsidenten Erdogan. Quelle: dpa
Köln

Auf dem Reiseprogramm in Ankara stehe auch ein Besuch im Präsidentenpalast bei „unserem obersten Heerführer“ (Baskomutan), Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, hieß es. Der frühere Grünen-Abgeordnete Volker Beck, Lehrbeauftragter am „Centrum für Religionswissenschaftliche Studien“ (Ceres) der Ruhr-Universität Bochum, sprach von „nationalistischer Staatspropaganda der Ditib“, vor der die deutsche Politik nicht länger die Augen verschließen dürfe.

„Die Ditib agiert immer deutlicher wie ein trojanisches Pferd. Außen Religion, innen der türkische Staat und Erdogan“, sagte Beck dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Jugendliche und junge Erwachsene unter dem Deckmantel der Religion auf den „Heerführer“ in Zeiten des völkerrechtswidrigen Kriegs gegen die Kurden auszurichten, sei nur ein weiterer Mosaikstein im Agieren der Ditib, kritisierte er.

Zum Gesamtbild gehöre auch der Vortrag der „Fetih-Sure“ in Ditib-Moscheen, sagte Beck. Mit diesem „Der Sieg“ betitelten Koranabschnitt habe die der Kölner Ditib vorgesetzte türkische Religionsbehörde Diyanet in Ankara im Januar zum Gebet für einen Erfolg der türkischen Militäroffensive gegen die Kurden aufgerufen. Beck kritisierte zudem die Verbreitung von Kriegsvideos durch Ditib-Moscheen in den sozialen Netzwerken.

Der Grünen-Politiker forderte, die Kooperation des deutschen Staats und seiner Institutionen mit der Ditib auf den Prüfstand zu stellen. Das Land Hessen müsse seine Anerkennung der Ditib als Religionsgemeinschaft zurücknehmen und „endlich seine Geheimgutachten hierzu veröffentlichen“.

Die geplante Reise, für die den Angaben nach in den Moschee-Gemeinden der Ditib geworben wird, führt dem Bericht zufolge unter anderem auch nach Canakkale, einem Schauplatz einer siegreichen Schlacht der Osmanen gegen Briten und Franzosen im Jahr 1915. Die Tour sei Teil eines Projekts der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke, hieß es.

Der Organisator der Reise, Abdullah Ates, der nach eigenen Angaben im Auftrag der Kölner Ditib-Zentrale tätig ist, habe eine Stellungnahme abgelehnt und auf die Ditib-Verbandszentrale verwiesen, berichtete die Zeitung. Diese habe eine Bitte um Stellungnahme bis zum Erscheinen der Montagsausgabe unbeantwortet gelassen.

Von RND/epd