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Deutschland / Welt „Differenziertes Bild des Judentums vermitteln“
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17:47 20.08.2018
In alten Schulbüchern finden sich noch immer antisemitistische Stereotypen. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Berlin

Deutsche Schulbücher mit antisemitischen Vorurteilen bleiben nach den Worten von Zentralratspräsident Josef Schuster trotz Korrektur der entsprechenden Texte noch lange im Umlauf. „Selbst wenn inzwischen neue und verbesserte Auflagen produziert wurden, finden sich die alten Schulbücher oft noch viele Jahre in den Schulen und werden weiter benutzt“, erklärte Schuster in einem Interview mit der Deutschen-Presse-Agentur.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Helmut Holter, gab Schuster recht. „Wir müssen in den Schulen ein differenziertes Bild des Judentums vermitteln“, erklärte Holter. „Jüdisches Leben war über viele Jahrhunderte hinweg fester Bestandteil unserer Kultur. Deutsche Geschichte ist zu einem großen Teil jüdische Geschichte.“

Qualität der Schulbücher schwankt

Die Qualität der Schulbücher bei der Darstellung der Juden schwanke sehr, sagte Dirk Sadowski vom Eckert-Institut. „Es gibt Licht und Schatten.“ Tatsächlich werde beim Thema Holocaust oft viel zu sehr die Täterperspektive eingenommen, etwa durch Zitate von Kommandanten der Vernichtungslager, sagte der Wissenschaftler, Mitautor einer Studie zur Darstellung des Holocaust in Schulbüchern und Lehrplänen. Die Zeugnisse der Opfer kämen viel zu kurz und seien eher einfältig.

Bereitschaft zur Verbesserung groß

Der Wissenschaftler kritisierte auch die Verwendung von NS-Propagandaplakaten als Anschauungsmaterial. Dabei kämen Erklärungen der Hintergründe solcher Hetzbilder zu kurz. „Der Eindruck ist stark, die Kontextualisierung schwach“, sagte Sadowski.

Auch die Geschichte des Judentums werde immer wieder vor allem als Opfergeschichte nacherzählt, sagte der Historiker, der auch die Arbeit der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission koordiniert. Bei Schulbuchverlagen sehe er indes große Bereitschaft, bisherige Darstellungsformen bei dem Thema Israel und der Geschichte der Juden zu verändern.

Von RND/dpa

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