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Deutschland / Welt Die neue Frau an Merkels Seite
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10:13 22.02.2018
Annegret Kramp-Karrenbauer ist die neue CDU-Generalsekretärin. Quelle: imago/photothek
Berlin

FDP-Chef Christian Lindner spottete gestern über „das doppelte Lottchen“ in der CDU. Da gebe es jetzt neben „der großen Merkel“ noch „die kleine Merkel, die exakt dasselbe vertritt“. Selten klang der sonst so modern wirkende Liberale so altbacken, fast sexistisch – als komme es nicht auch unter Männern vor, dass ein Parteichef einen loyalen Generalsekretär beruft.

Richtig ist, dass Merkel bislang stets Generalsekretäre hatte, die in vielen Punkten anders waren als sie selbst. Das sollte, so stumpf ist Politik zuweilen, die sogenannte Spannweite der Partei steigern. Diese Strategie funktionierte nur mittelmäßig. In unguter Erinnerung ist etwa der unselige Laurenz Meyer, Merkels erster Generalsekretär (2000 bis 2004), ein Mann, aus dem Westen, breitbeinig und lächelnd – der aber in eine private Finanzaffäre verwickelt war und sich von der Vorsitzenden auch dadurch unterschied, dass er kein hinreichendes Sensorium für politische Peinlichkeiten hatte.

Bei Annegret Kramp-Karrenbauer ist nun alles etwas anders. Nie zuvor lotste Merkel, die schon sechs Generalsekretäre gesehen hat, eine Figur von solchem Kaliber ins Adenauer-Haus: eine Ministerpräsidentin, Mitte fünfzig, messerscharf in ihren Analysen, Sympathieträgerin quer durch die Bundespartei. Diese Frau soll nicht nur Werbeagenturen beaufsichtigen. Sie soll der Partei auch intellektuell Orientierung bieten, wie einst Heiner Geißler unter Helmut Kohl.

Nachlassregelung und gleichzeitig Vitalitätszeichen

Die Riege der grantelnden jungen Männer in der CDU um Jens Spahn scharrte in letzter Zeit eifrig mit den Hufen. Doch ungerührt entschied sich Merkel für eine leise, loyale Frau in ihrer Parteizentrale. Damit drückt Merkel ihrer Partei noch einmal kräftig ihren ganz eigenen Stempel auf, nach bereits 18 Jahren als Vorsitzende. Man kann das als Nachlassregelung verstehen. Es ist aber auch ein Vitalitätszeichen: Die Kanzlerin macht sich über den Tag hinaus Gedanken, nicht zuletzt über die Herausforderung von rechts.

In der Flüchtlingsdebatte folgte Kramp-Karrenbauer stets der Linie Merkels – auch in den Kurven. Die Saarländerin befürwortete mehr Hilfe für Kriegsflüchtlinge, forderte aber auch mehr Härte gegen jene, „die ihre Identität verschleiern oder Papiere vernichten“. Als Merkel und Kramp-Karrenbauer am Montag vor die Presse traten, sprachen sie vom christlichen Menschenbild. Oft und lange hätten die beiden in letzter Zeit darüber geredet, berichtete die Kanzlerin. Offenbar wollen Merkel und die nachdenkliche neue Frau an ihrer Seite den täglichen Überdrehtheiten etwas entgegensetzen, das man wahlweise konservativ nennen könnte, aber auch sozial. Es geht um Weltoffenheit, um neuen Zusammenhalt in Deutschland, aber auch um neuen Respekt für das Recht. Vielleicht, ahnen beide, liegt in einer klug definierten konservativen Politik das Mittel gegen den Rechtsruck.

Von Matthias Koch/RND

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